07.06.2016, 13:29 Uhr

Business Park oder Wohnbau: ÖBB-Areal hinter dem Westbhanhof wird zum Zankapfel

Von der ÖVP wird ein großzügiger Wirtschafts- und Wohnpark mit Kindergärten und Freizeitangeboten gefordert. (Foto: ÖVP)

Was mit dem Gelände bei der Felberstraße passieren soll, ist im Bezirk umstritten.

RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Die einen wollen einen Wirtschaftspark daraus machen, die anderen wollen Wohnungen bauen. Der Eigentümer schiebt die Entscheidung jedoch auf die lange Bank. Die Rede ist von dem 75.000 Quadratmeter großen ÖBB-Areal zwischen dem Parkhaus Westbahnhof und der Brücke über die Linzer Straße.

Bereits seit Jahren wird darüber diskutiert, was mit dem Gelände passieren soll. Wieso das für den Bezirk so wichtig ist? Ein Verbindungsstück zwischen dem bereits gut entwickelten Süden Rudolfsheims und dem bisher noch etwas nachhinkenden Norden soll aus dem Areal werden. Nur wie, das ist bisher noch fraglich.

New York als Vorbild

Für einen Business Park lobbyiert die ÖVP Rudolfsheim. Die "Hell’s Kitchen" Wiens – in Anlehnung an den aufstrebenden New Yorker Stadtteil – soll aus dem Gelände werden. Gefordert wird ein großzügiger Wirtschafts- und Wohnpark mit Kindergärten und Freizeitangeboten. Eine begrünte Brücke soll das Herz und die grüne Lunge des Projektes bilden. "Die Pläne dazu liegen bereits seit 2004 auf den Tischen von ÖBB, Stadt Wien und Architekten", so ÖVP-Bezirksparteiobmann Georg Hanschitz. Von den Plänen für die "Hell’s Kitchen" hält SPÖ-Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal nicht viel: "Wir sind für einen Mix aus leistbaren Wohnungen und neuer Infrastruktur." Im Fokus sollen dabei neue Querungen bei der Felberstraße stehen. "Das wurde auch von der Bezirksentwicklungskommission bereits so beschlossen", sagt Zatlokal.

Nutzung erst ab 2020

Der Dritte im Bunde – die ÖBB – zeigt sich von alldem bisher eher unbeeindruckt. Grundsätzlich sei das Areal zwar für eine Neuentwicklung freigegeben, jedoch erst ab dem Jahr 2020, heißt es.

Der Grund: Noch laufende ÖBB-Projekte müssen vorher abgeschlossen werden, darunter etwa die Erneuerung von Gleis- und Sicherungsanlagen für die Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling sowie der Umbau der Vorortelinie zwischen Hütteldorf und Handelskai. Zusätzlich werden die Flächen zwischen dem Parkhaus Westbahnhof und der Schmelzbrücke im Moment noch von ÖBB-internen sowie externen Mietern genutzt. Für diese müssen ebenfalls entsprechende Ausweichquartiere gefunden werden, so die Auskunft der ÖBB.
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