28.06.2016, 12:00 Uhr

Von bayerischen Regenten und Zwergen in Schloss Mirabell

Komponist Fabio Buccafusco bei einer Probe mit Regisseur und Opern-Autor Robert Pienz und Opernsängerin Gerhild Zeilner.

Salzburg 2016: Am Salzburger Schauspielhaus entsteht eine Kinderoper, die sich mit der Geschichte Salzburgs befasst

Innerhalb von zehn Monaten haben Schaupielhaus-Intendant Robert Pienz und Komponist Fabio Buccafusco eine Kinderoper aus dem Ärmel geschüttelt: Aus der Feder des Komponisten stammt die Musik für "Mathilde, Max und Fasolan. Oder. Die Zwerge von Schloss Mirabell", Robert Pienz steuerte das Libretto bei und arbeitet gerade am Feinschliff der Inszenierung. Uraufführung ist am 30. Juni.

Oper für Acht- bis 14-Jährige

Hintergrund und Ausgangspuntk für die Handlung ist eine historische Episode: Kurz bevor Salzburg 1816 an Österreich übergeben wurde, zog das bayerische Prinzregentenpaar Therese – nach ihr wurde später die Theresienwiese in München benannt – und Ludwig in Schloss Mirabell ein. Die barocken Zwerge im Garten missfielen den Regenten, weshalb sie die Figuren kurzerhand verbannten. In der Oper – Zielgruppe sind Acht- bis 14-Jährige – begegnen die Geschwister Mathilde und Max bei einem Salzburg-Urlaub dem Zwerg Fasolan. Es beginnt eine fantastische Reise durch Vergangenheit und Gegenwart.

Große Gefühle mit großen Tönen

"Wir sind zu zweit am Klavier gesessen und haben uns das gegenseitig vorgesungen", beschreibt Robert Pienz die kreative Zusammenarbeit mit Fabio Buccafusco. Die beiden kennen sich seit Jahren, haben bereits Bühnenmusik und Musiktheater miteinander gemacht – etwa Max und Moritz als Punk-Operette vertont –, aber eine Oper zu erschaffen, das war für beiden eine neue Erfahrung. "Erstmals bringen wir jetzt große Gefühle mit großen Tönen auf die Bühne", sagt Robert Pienz.

Bühnen-Eltern sind gestresst

Kinder-Theater leidet seiner Meinung nach häufig unter "Verniedlichung", in der Kinderoper sei das anders: "Wir nehmen die Kinder ernst, die Oper zeigt, wie Eltern auch mal streiten können." Das Prinztregentenpaar, das auf der Bühne auch die Eltern von Mathilde und Max verkörpert, sind angespannt und gestresst, "weil es regnet und weil Papa hungrig ist", wie Robert Pienz erklärt.

Dennoch sei das Stück musikalisch für Kinder gut verständlich, verspricht der Schauspielhaus-Intendant. Die Musik orientiert sich am Rhythmus des Textes und beinhaltet dadurch "Anomalien". Das, was gesungen werde, klinge aber einfach, die Schwierigkeit liege dahinter, ergänzt Komponist Fabio Buccafusco. Lustige Elemente wechseln sich mit dramatischen ab.


Es gibt keine Vorlage für Sänger

Die Uraufführung ist nicht nur für Komponist und Autor, sondern auch für die Sänger eine spannende Herausforderung. "Der Vorteil bei einem noch lebenden Komponisten ist, man kann mit ihm darüber reden, wenn einem der eine oder andere Ton nicht liegt", erklärt Gerhild Zeilner – auf der Bühne "Therese" von Bayern. Dass sie keine gesangliche Vorlage hat, nach der sie ihre Rolle auslegen könne, sei für sie kein Problem: "Die Zuschauer wissen auch nicht, wie es klingen muss – man ist ja die erste, die die Rolle singt."

In der musikalischen Besetzung wird Onofrio Gallina ein Kammerorchester bestehend aus fünf Streichern sowie Klavier und Schlagzeug dirigieren. Der Kinderchor des Musikum Salzburg wird den Zwergen seine Stimmen verleihen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.