24.08.2016, 00:00 Uhr

Wanderer und Wildtiere – so klappt das Miteinander

LR Sepp Schwaiger mit Hubert Stock, Projektleiter Respektiere deine Grenzen. (Foto: Franz Neumayr)

Hubert Stock von "Respektiere deine Grenzen" erklärt, warum das Wild seine Ruhe braucht

Wie gut verstehen sich Wanderer und Wildtiere?
HUBERT STOCK:
Das kommt immer auf das Verhalten der Wanderer an. Prinzipiell gut, wenn die Wanderer akzeptieren, dass sie sich im Wohnraum der Wildtiere befinden.

Das bedeutet?
HUBERT STOCK:
Das bedeutet, sie bleiben auf dem Weg oder dem Steig und sind nicht nachts oder in der Dämmerung unterwegs.

Wird das in der Regel eingehalten?
HUBERT STOCK:
Wo es Aufklärung gibt, dort wird es zu 99 Prozent eingehalten. Der Großteil der Wanderer will das einhalten, aber einige Unverbesserliche gibt es immer.

Sensible Lebensräume werden als "Ruhezonen" ausgewiesen. Was bedeutet das für den Wanderer?
HUBERT STOCK:
Ruhezone bedeutet: nicht hineingehen. Das sind aber keine Sperrgebiete, sondern wir appellieren an Eigenverantwortlichkeit, dort freiwillig nicht hineinzugehen. In der Praxis funktioniert das sehr gut.

Wie erfährt der Wanderer oder Waldbesucher von den Ruhezonen?
HUBERT STOCK:
Die Ruhezonen sind auf der "Respektiere deine Grenzen"-Seite online ausgewiesen. Außerdem haben führende Skitouren-Planungsplattformen und Skitouren-Führer die Ruhezonen in ihr Infoangebot eingearbeitet, auch Tourismusverbände übernehmen sie zunehmend. Die Ferienregion Lungau etwa arbeitet die Ruhezonen für Wildtiere gerade in ihren Skitourenführer ein. Und: An einigen Hotspots, Ausgangspunkten für Wanderungen, haben wir Hinweisschilder vor Ort angebracht.

Von November bis Ende Mai gibt es ausgewiesene Winter-Ruhezonen. Warum ist Ruhe für Wildtiere so wichtig?
HUBERT STOCK:
Wild reduziert seinen Energieverbrauch im Winter auf ein Drittel. Bei jeder Störung muss das Tier den Energiehaushalt wieder komplett hochfahren, was enorm viel Energie verbraucht. Diesen Energieverbrauch kann das Tier durch die reduzierte Nahrungsaufnahme nicht mehr decken und ist deshalb im schlimmsten Fall zum Tode verurteilt. Das zweite Problem entsteht bei Rotwild-Fütterungen: Wenn das Wild dort durch Wanderer vertrieben wird, dann geht es längere Zeit nicht mehr zur Fütterung. Es verbleibt im Wald und verur- sacht dort Schäden am Wald.

Gerade im Spätsommer und Herbst hat das Wandern Hochsaison. Worauf sollte man jetzt besonders achten?
HUBERT STOCK:
Gerade für einen trockenen Herbst gilt: kein Feuer machen, nicht rauchen, keine Zigarettenstummel wegwerfen. Und wer auf einer Hütte seinen Geburtstag feiert, sollte bitte immer auf Feuerwerk verzichten.

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