01.07.2016, 13:40 Uhr

2015 war das Jahr der Rekorde für das Rote Kreuz Salzburg

Landesrettungskommandant Anton Holzer und Rotes Kreuz Salzburg-Geschäftsführerin Sabine Kornberger-Scheuch zogen eine "Bilanz der Menschlichkeit" über das Jahr 2015

Ehrenamtliche leisteten fast eine Million unentgeltliche Arbeitsstunden

2015 war für das Rote Kreuz ein Jahr der Rekorde: Rund eine Million ehrenamtliche Stunden, 350.000 betreute Transitflüchtlinge, mehr als 70.000 Spender, knapp 15.000 Teilnehmer an Erste-Hilfe-Kursen stellten die Organisation immer wieder aufs Neue vor Herausforderungen. "Trotz dieser enormen Rahmenbedingungen haben wir den Notfall- und Rettungsdienst mit rund 214.000 Transport- sowie knapp 4.500 Flugeinsätzen wie gewohnt durchführen", betonte Rotes Kreuz Salzburg-Geschäftsführerin sabine Kornberger-Scheuch.

Nicht umsonst hat das Rote Kreuz im Vorjahr auch einen Schwerpunkt auf das Gewinnen und Halten seiner 4.236 freiwilligen Mitarbeiter gelegt. Diese werden professionell ausgebildet, müssen aber auch viel leisten, nämlich mindestens vier Dienste pro Monat. Nacht- und Wochenenddienste werden fast ausschließlich von Ehrenamtlichen geleistet, zwei Dienststellen – Mattsee und Straßwalchen sind rund um die Uhr nur von Freiwilligen besetzt. Hinzu kommen laufende Fortbildungen sowie Dienste bei Großverantstaltungen wie dem bevorstehenden Electric Love Festival.

Das Freiwilligen-Bindungsprogramm wurde eingeführt, weil Veränderungen in der Gesellschaft – die Jungen ziehen weg, Berufstätige haben nebenher immer weniger Zeit – auch Organisationen wie das Rote Kreuzu zu spüren bekommen. Während Freiwillige früher gerne 30 Jahre lang beim Roten Kreuz tätig waren, liegt die Verweildauer in manchen Dienststellen mittlerweile bei nur mehr drei Jahren.

Dafür wurde das vor allem für entlegenere Gemeinden entwickelte First Resonder-Projekt nun auch die mittlerweile elfte Gemeinde ausgeweitet. Dabei überbrückt ein ausgebildeter einheimischer Rotes Kreuz-Mitarbeiter direkt in der Gemeinde die ersten Minuten bis zum Eintreffen der Rettung. In einem Spezialrucksack verfügt er unter anderem über einen Defibrillator, ein Beatmungsset, ein Pulsoxymeter – mit der man den sauerstoffgehalt im Blut messen kann. Solche First Responder gibt es in St. Martin am Tennengebierge, Annaberg, Wagrain, Filzmoos, Großarl, Muhr, Zederhaus, Dienten, Hüttau, Grödig und Großgmain.

2018 soll dann der neue Digitalfunk im gesamten Bundesland eingesetz werden, ist Landesrettungskommandant Anton Holzer zuversichtlich. "Heuer wird mit dem Bau der Stationen begonnen, in einigen Bezirken werden wir schon vor 2018 starten können."
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