14.03.2016, 15:29 Uhr

"Der Wald ist nichts für Ungeduldige"

Gerhard Bernegger liebt die Holz-Arbeit – in Leopoldskron betreibt er einen Baumpflege-Dienst.

Gerhard Bernegger über die Zukunft heimischer Baumarten und seinen Traum vom "großen Wald".

SALZBURG (lg). Die Leidenschaft für das Holz und die Wälder merkt man Gerhard Bernegger sofort an: Fachmännisch und akribisch erklärt er die Besonderheiten der heimischen Wälder und was die Faszination Holz für ihn ausmacht. "Wer Bäume pflanzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen" – "Ich habe diese Aussage gehört und kann sie zu hundert Prozent unterstützen. Der Wald ist nichts, was von heute auf morgen passiert. Es dauert Generationen, bis ein Wald wächst und man muss diese Geduld haben, wenn man die Arbeit als Waldbauer gerne macht", erklärt Bernegger, der in Leopoldskron-Moos einen eigenen Baumpflege- und Winterdienst betreibt. Zudem besitzt er in Fürstenbrunn und Wals kleine Waldstücke.

Wald im Jahreskreis

"Zu wenig, um davon leben zu können, aber es ist meine Leidenschaft und wer weiß, was die Zukunft bringt. Mein Traum wäre es schon, mehr Waldgründe zu kaufen", so Bernegger. Als Waldbesitzer ist das ganze Jahr etwas zu tun: "Im Herbst und Winter steht die Holz-Nutzung im Vordergrund, Brennholz spalten und verkaufen. Im Frühjahr werden dann Jungbäume angepflanzt, im Sommer steht die Jungwuchs-Pflege und das Ausmähen der Wälder auf dem Programm. Da ich nur kleine Waldflächen derzeit besitze, hält sich das natürlich in Grenzen", berichtet der Waldexperte, der auch auf die Herausforderungen der Zukunft aufmerksam macht.

Aussterben von Fichten

"Langfristig wird man sich auch über die Wahl der Baumarten Gedanken machen müssen. Durch das veränderte Klima verschiebt sich die Höhenlage von Laubbäumen immer weiter nach oben, die Fichte wird mehr und mehr verschwinden. Auch das Thema Globalisierung ist nicht unwichtig, denn dadurch werden Schädlinge sozusagen importiert. Das Eschentrieb-Sterben durch einen eingeschleppten Pilz ist eine Folge der Globalisierung, das stellt die Forstwirtschaft vor große Herausforderungen", so Bernegger.
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