31.05.2016, 04:00 Uhr

Die Mozartwoche ist unser Kronjuwel

Einer von Maren Hofmeisters Lieblingsplätzen im Haus der Stiftung Mozarteum ist die Bibliothek.

Maren Hofmeister hat mit 15 April die künstlerische Leitung der Stiftung Mozarteum übernommen. Im Stadtblatt-Chefinnen-Gespräch erzählt sie von Mozarts heute noch aktuellen Werten, Salzburgs Cremeschnitten und der Neugier, die sie beim Publikum wecken möchte.

Sie sagen, die künstlerische Leitung der Stiftung Mozarteum sei ihr Traumjob. Waren Sie von Kindheit an ein Fan klassischer Musik?
MAREN HOFMEISTER:
Ich habe erst mit zwölf begonnen, damals mit Querflöte und mit 14 bin ich regelmäßig in die Oper gegangen. Die Begeisterung kam über das Schulorchester und meinen Querflöten-Lehrer, der alles gut portioniert und mich an klassische Musik herangeführt hat.

Sie bleiben als Produzentin für die fixierten Produktionen der Oper im Steinbruch St. Margarethen 2017 und 2018? Haben Sie sich darauf eingestellt, in den kommenden Jahren keine Freizeit mehr zu haben?
MAREN HOFMEISTER: Nein, genau deswegen endet mein Engagement mit Sommer. Solange pendle ich noch hin und her. Aber ich habe natürlich auch ein Leben außerhalb der Arbeit. Außerdem kann ich nicht hier und dort sein. Mein Thema ist jetzt Mozart.
Aber eine neue Aufgabe erwartet Sie noch: 2018 werden Sie die Intendanz für die Mozartwoche übernehmen.

MAREN HOFMEISTER: Das gehört natürlich inhaltlich zur Stiftung Mozarteum. Die Mozartwoche ist unser Kronjuwel. damit können wir zeigen, wer wir sind. Es ist eine große Chance, zehn Tage lang an ein Thema heranzugehen. Da können wir eine Tiefe bieten, die das Publikum auch sucht. Mir ist es wichtig, die Neugierde auf Mozart – auch bei diesem Publikum, das Mozart ja sehr gut kennt – noch einmal zu wecken. Eine Herausforderung, und genau das ist natürlich die Aufgabe. Die Mozartwoche soll in allen Facetten glänzen.

Was fasziniert Sie an Mozart?
MAREN HOFMEISTER: Ich bin immer wieder gerührt von der Menschlichkeit in seiner Musik. Es ist einfach alles da, und wir gehen nicht museal an ihn heran, sondern zeigen, wie zeitlos und aktuell er ist. Mozart hat für Werte geschrieben, die immer noch Bedeutung haben und über die wir auch gerade aktuell diskutieren. Nehmen Sie den 'Figaro', da geht es um das Standesthema, darum, wer welche Rechte hat. Das sind Menschenrechte. Und auch wenn wir sie hier selbstverständlich leben, wissen wir, dass das nicht überall auf der Welt so ist. Mozart, das sind Themen, die die Menschheit beschäftigen.

Sie waren von 2008 bis 2010 künstlerische Assistentin von Festspiel-Intendant Jürgen Flimm. Ist Ihnen Salzburg eine Herzensangelegenheit?
MAREN HOFMEISTER: Auf jeden Fall. Ich kenne und ich schätze das künstlerische Niveau hier. Es hat mich geprägt. Ich war auch als Studentin hier auf Besuch, habe in einer Jugendherberge übernachtet und mir 'Faust', 'Don Giovanni' oder 'Lulu' angesehen. Für jemanden, der sich mit Musik beschäftigt, ist Salzburg weltweit ein einzigartiger Standort.

Was schätzen Sie abseits der Musik an Salzburg?
MAREN HOFMEISTER: Die Cremeschnitten vom Tomaselli und von der Schatz-Konditorei, das Pistazieneis vom Fürst ... Da gibt es sehr viel, was die Lebensqualität hier ausmacht. In Norddeutschland, dort wo ich herkomme, fehlt uns dieser leicht südliche Lebensstil. In Berlin zum Bäcker zu gehen, ist frustrierend.

Haben Sie einen Lieblingsort?
MAREN HOFMEISTER: Ja, 'mein' Reitstall im Nonntal. Dort gehe ich seit Jahren reiten, wenn ich hier in Salzburg bin. Und gerade jetzt ist es ein Vergnügen, den Fohlen beim Herumspringen zuzusehen.

Sie gelten als sehr gut vernetzt in der Musikbranche, aber auch in der Wirtschaft. Wie wird die Stiftung Mozarteum davon profitieren?
MAREN HOFMEISTER: Unsere Stiftung soll ein Ort sein, an dem Künstler gerne ein- und ausgehen und sich künstlerisch zu Hause fühlen. Wir sind auch ein Podium für junge, neue Künstler. Gerade der Bereich der Kammermusik ist hier ein Geschenk, das wir weiter nützen wollen.

Für die Finanzen ist seit 1. Dezember der neue kaufmännische Leiter Tobias Debuch zuständig. Ihr Vorgänger, Matthias Schulz, hatte beide Funktionen in Personalunion. Sehen Sie die Teilung als Entlastung oder Entmachtung?
MAREN HOFMEISTER: Ich sehe das als absolute Entlastung, ich kann mich auf das Künstlerische konzentrieren. Damit habe ich wunderschöne, aber große Aufgaben – auch wenn ich das Budget immer mit im Auge haben muss.


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