25.04.2016, 15:00 Uhr

"Ein gutes Buch muss Bilder im Kopf erzeugen"

Helmut Windinger in "seinem Reich": Ein gutes Buch muss für ihn Bilder im Kopf entstehen lassen.

Als "Bücherwurm" muss für Helmut Windinger immer ein gutes Buch auf dem Nachttisch liegen.

SALZBURG (lg). "Ich habe mich immer schon für Bücher interessiert" – diesen "Klassiker" verwendet auch Helmut Windinger, seit 2007 Leiter der Stadtbibliothek, gerne als Antwort auf die Frage, warum er denn den Beruf als Bibliothekar gewählt habe. Aufgewachsen in einem Umfeld, in dem Bücher seit frühester Kindheit immer präsent waren, hat sich die Leidenschaft für die Welt der Bücher wie ein roter Faden durch Windingers Leben gezogen. "Außer in der Schulzeit, da hat jeder eine Phase, wo er die Bücher meist nur deswegen liest, weil es der Lehrer verlangt", fügt Windinger schmunzelnd hinzu. Ein gutes Buch muss für ihn Bilder im Kopf entstehen lassen.

Krimis hoch im Kurs

"Faszinierend finde ich 'Der Mann ohne Eigenschaften' von Robert Musil oder 'Ulysses' von James Joyce; Klassiker, zu denen ich immer wieder gerne greife. Und natürlich Sachbücher, ich interessiere mich sehr für Kunst und Archäologie", erzählt der Stadt-Salzburger, der in seiner Freizeit gerne Ausstellungen besucht oder Zeit in der Natur verbringt. Seine Kunden hingegen favorisieren vor allem die Krimis von Donna Leon oder Charlotte Link. "Und bei den Sachbüchern stand das Buch der jungen Medizinstudentin Giulia Enders 'Darm mit Charme' ganz oben auf der Liste der Entlehnungen", so Windinger. Den – mittlerweile nicht mehr ganz neuen – Standort in Lehen weiß Windinger zu schätzen: "Natürlich gab es am Anfang Bedenken, viele Stammgäste aus der alten Stadtbibliothek im Schloss Mirabell meinten, sie würden künftig nicht mehr nach Lehen fahren. Aber diese Vorurteile haben sich schnell gelegt, wir haben viele neue Zielgruppen erreicht, vor allem Schüler und Menschen mit Migrationshintergrund kommen nun viel häufiger. Und die Panorama-Bar wird auch sehr gut angenommen, sogar eine Kartenrunde hat sich dort eingefunden", freut sich Windinger, dem es ein Anliegen ist, besonders Kindern schon die Welt der Bücher zu öffnen: "Studien zeigen immer wieder, dass jene Kinder, denen viel vorgelesen wird und die auch selbst viel lesen, später auch über ein sehr hohes Bildungsniveau verfügen. Das wollen wir fördern."
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