15.03.2016, 08:30 Uhr

Für's Rampenlicht gezimmert

Friedrich Hürner ist stv. Leiter der Tischlerei des Landestheaters

In der Tischlerei des Landestheaters entstehen jene Orte, an denen sich alles abspielt.

Das Waisenhaus aus dem Musical "Annie", der Raum von "Coco Chanel" oder eben der Ozeandampfer, auf dem sich demnächst das Schicksal von "Il Turco in Italia" abspielen wird, haben alle eines gemeinsam: Sie wurden von Tischlern produziert, und zwar in der hauseigenen Werkstatt im Salzburger Stadtteil Aigen. Pro Saison entstehen rund 25 Bühnenbilder – zumeist aus Fichtenholz und Sperrhölzern.
Zehn bis zwölf Tage Zeit haben Friedrich Hürner, der stellvertretende Tischlerei-Leiter, und seine sieben Kollegen in der Regel, um das Bühnenbild für eine Premiere zu bauen. Vorangegangen ist dem meist ein mehrere Wochen langer Prozess, bei dem Intendant Carl Philip von Maldeghem, der Bühnenbildner, der Regisseur und die Handwerker an den Modellen für das Bühnenbild feilen. "Unsere Aufgabe ist es, Umsetzbarkeit und Kosten im Griff zu haben", erklärt Hürner. Und: Nachdem das Bühnenbild dann in der Tapeziererei, der Malerei und eventuell auch beim Bildhauer war, muss es möglichst klein zusammenlegbar sein.

Dampfer für "Il Turco"

"Es muss sich ja nach jeder Aufführung abbauen, verstauen und dann wieder aufbauen lassen", so Hürner. So wie zuletzt das Bühnenbild von "Il Turco in Italia", das vor Kurzem fertiggestellt wurde. Zu viel will der Tischler vor der Premiere am 3. April nicht verraten, nur so viel: "Für diese Oper von Gioachino Rossini haben wir einen kompletten Dampfer – mit Schiffsführerstand, geschwungenen Treppen und Schornstein – im Podestbau produziert."

Hürner ist seit 25 Jahren in der Theater-Tischlerei – davor war er unter anderem bei einem Yacht- bauer – und schätzt vor allem die Abwechslung sowie die Zusammenarbeit mit international renommierten Bühnenbildnern wie Court Watson, der am Landestheater schon für "The Sound of Music" oder "Annie" das Bühnenbild entworfen hat – und von dem in der neuen Spielzeit wieder das eine oder andere Bühnenbild dabei sein wird.
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