13.03.2016, 23:01 Uhr

Herr der verlorenen "Schätze"

Ein Sammelsurium an Gegenständen: Leopold Maidorfer und sein Team im Fundamt sortieren die Fundstücke. (Foto: Lisa Gold)

Leopold Maidorfer gibt verlorenen Gegenständen im Fundamt "ein neues Zuhause auf Zeit".

SALZBURG (lg). Wie eine kleine Schatzkiste behütet Leopold Maidorfer gemeinsam mit seinen drei Kollegen im städtischen Fundamt die unzähligen verlorenen Stücke, die sich in den Räumlichkeiten stapeln. "Die Klassiker sind Schlüssel, Geldtaschen und Handys, aber auch echte Kuriositäten wie Beinprothesen, Rollatoren und Gitarren sind schon mit dabei gewesen. Vor Kurzem wurde uns ein Angel-Set von einem Finder gebracht, da kommt uns vieles unter", erzählt Maidorfer, der seit 2012 das Pass- und Fundamt leitet. Seine Mitarbeiter nehmen die Fundgegenstände entgegen, sortieren sie feinsäuberlich, versuchen die Verlustträger zu ermitteln und ihnen die Gegenstände zurückzugeben. Gelingt das nicht, werden die Fundsachen für ein Jahr am Fundamt aufbewahrt, bei Nichtabholung des Verlustträgers erhält der Finder den Gegenstand. "Sofern er das möchte, bei Beinprothesen wird das natürlich eher nicht der Fall sein", fügt Maidorfer schmunzelnd hinzu.

Fast wie Detektive

"Ich nenne meine Kollegen immer wieder gerne Detektive, weil sie es durch so viel Akribie immer wieder schaffen, den Verlustträger zu ermitteln. Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass der Verlust, etwa bei Geldbeträgen oder Smartphones, an den echten Besitzer geht, da hilft uns die Erfahrung." Das schönste Erlebnis sei die Freude und Dankbarkeit vieler, die ihre verloren geglaubten Gegenstände wiederbekommen. Allein im Jahr 2015 wurden über 6.000 Fundgegenstände im Fundamt abgegeben. "Auch die Polizei bringt immer wieder herrenlose Fahrräder. Die nicht abgeholten Räder werden dann im April im Rahmen des Radfrühlings am Residenzplatz versteigert", so Maidorfer, der Ende März seinen 50. Geburtstag feiert. "Ich werde zu dieser Zeit Urlaub in Dalmatien machen und mich so großen Feierlichkeiten entziehen", hofft er auf etwas Ruhe. In Kroatien wird er auch seiner Leidenschaft, dem Fotografieren, nachgehen. "Das ist neben dem Wandern in der Natur mein Ausgleich." Ob er selbst auch schon einmal etwas verloren hat? "Ja, beim Schifahren habe ich einmal Handschuhe verloren. Um die ist mir heute noch leid", so Maidorfer.
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