28.04.2016, 09:52 Uhr

Internationale Einbrecherbande ausgeforscht

(Foto: Polizei)

90 Dämmerungseinbrüche geklärt – Schaden zirka 1,4 Millionen Euro

SALZBURG (pl). Eine Einbrecherbande aus Mazedonien und dem Kosovo wurde durch internationale Zusammenarbeit ausgeforscht. Beamte des Landeskriminalamtes Salzburg nahmen einen der Haupttäter fest. Der Schaden, den die Bande seit 2010 durch Einbrüche anrichtete, beträgt mehr als 1,4 Millionen Euro.

Wo alles begann: Krispl

Zum ersten Mal wurde die Salzburger Polizei auf den heute 26-jährigen Kosovaren im Jahre 2012 aufmerksam. Damals überraschte am 16. Februar eine Hausbesitzerin den Mann bei einem Einbruch in ihrem Wohnhaus in Krispl. Der Mann flüchtete, aber die Polizei konnte im Zuge der Fahndung seine damalige Ehefrau festnehmen, die in der Nähe im Auto auf ihren Mann wartete. Die Ehefrau, eine 24-jährige Salzburgerin legte ein umfassendes Geständnis ab. Weiters wurden bei der Hausdurchsuchung in Salzburg-Umgebung Diebsbeute wie Schmuck und Uhren sichergestellt. Gegen den Täter, den heute 26-jährigen Kosovaren, wurde ein europäischer Haftbefehl erlassen.

2015: Komplizen verhaftet

Erst drei Jahre später, Anfang März 2015, führte eine Verhaftung in Slowenien wieder auf die Spur dieses Kosovaren. Von der slowenischen Polizei wurde eine 23-jährige Kosovarin aufgrund fremdenrechtlichter Verstöße festgenommen. Bei der Einvernahme gab sie dann gleiche mehrere Einbruchsdiebstähle in Österreich und Deutschland zu. Begangen habe sie diese mit einem 43-jährigen Kosovaren und einem weiteren Kosovaren, von dem sie lediglich den Vornamen kannte. Dass es sich bei diesem zweiten Kosovaren um den Täter aus Krispl handelt, stellte sich durch die Ermittlungstätigkeit der Beamten und dann bei einer weiteren Festnahme, drei Wochen später in Bayern heraus.

Mittäter in Bayern verhaftet

Die bayerischen Beamten nahmen am 23. März 2015 drei Kosovaren fest, die mehrere Wohnungseinbrüche begangen hatten. Einer dieser Täter war der 43-Jährige.

Komplizin identifiziert Täter von Krispl
In der Zwischenzeit wurde mit der 23-jährigen Kosovarin bei der Kriminalpolizeiinspektion Ulm eine Beschuldigtenvernehmung durchgeführt, an der auch Kriminalbeamte des Landeskriminalamtes Salzburg beteiligt waren. Dabei identifizierte die Kosovarin den Täter aus Krispl eindeutig auf einem Lichtbild.

Der Täter aus Krispl wird in Salzburg verhaftet
Dieser Mann trat dann wenige Monate später wieder in Österreich in Erscheinung. Es war der 5. Dezember 2015, als eine Frau in Salzburg-Maxglan gegen zwei Uhr früh zwei Männer beim Verladen eines Tresors in einen weißen Kastenwagen beobachtete. Die Männer waren in ein Friseurgeschäft eingedrungen. Sofort wurde eine Fahndung eingeleitet und die Verfolgung des Kastenwagens aufgenommen. Polizisten konnten noch wahrnehmen, wie das Fahrzeug in der Augustinergasse anhielt und drei Personen ausstiegen. Zwei der Männer stiegen sofort wieder in den Kastenwagen, der dritte flüchtete zu Fuß. Er konnte nach kurzer Verfolgung festgenommen werden. Wie sich schnell herausstellte, handelte es sich um den 26-jährigen Kosovaren, der 2012 in das Wohnhaus in Krispl eingedrungen war. Seinen Mittätern gelang die Flucht mit dem Kastenwagen.

26-Jähriger verübte 90 Einbrüche in Wohnhäuser und Firmen

Der 26-jährige kosovarische Staatsangehörige wird beschuldigt, 90 Einbrüche verübt zu haben. Die Einbrüche verübte der Kosovare teils alleine und teilweise im Zusammenwirken mit dem gesuchten Mazedonier, dem 43-Jährigen und der 23-jährigen geständigen Mittäterin. Die Hälfte der nachgewiesenen
Einbrüche fand in Salzburg und Salzburg-Umgebung statt. Der Schaden beträgt zirka 1,4 Millionen Euro.

Wer kennt diese Schmuckstücke?
Die 23-jährige Kosovarin hatte bei ihrer Festnahme Anfang März 2015 Schmuckstücke bei sich, die noch keinem Tatort zugewiesen werden konnten. Es handelt sich bei dem Diebesgut um zwei Ringe mit der Gravur „Rudolf 1.8.81“ und „Rudolf 28.12.78“ sowie einem Medaillon der Marke „Michaela FREY“.
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