25.07.2016, 14:37 Uhr

Internationale Schlepperbande von Polizei ausgehoben

Franz Ruf, Landespolizeidirektor Salzburg und Oberst Gerald Tatzgern, Leiter des JOO in Wien, Zentrale Bekämpfung Schlepperkriminalität/ Menschenhandel, Bundeskriminalamt (Foto: Neumayr)
SALZBURG (lg). Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt hat die Salzburger Polizei einen großen Schlepperring ausgehoben. Seit September 2015 wurden 17 Verdächtige verhaftet. Sie stehen im Verdacht, insgesamt 1.000 Menschen geschleppt zu haben.

Polnischer Schlepper in Liefering

Vor dem Parkplatz eines Supermarktes in Salzburg-Liefering wurden Anfang September 2015 ein polnischer Schlepper und 17 Flüchtlinge festgenommen. Einem zweiten Schlepperfahrzeug mit polnischen Kennzeichen gelang jedoch die Flucht. Beamte des Salzburger Landeskriminalamtes übernahmen die Ermittlung und stellten fest, dass es sich um keine Einzeltat handelte, sondern dass ein größere Organisation dahinter stand.

Weitere Schlepper festgenommen

Anfang Mai diesen Jahres wurden drei weitere Schlepper in Polen festgenommen, darunter ein 39-jähriger Pole, der als Bindeglied zwischen den polnischen Fahrern und einer tschetschenischen Schlepperorganisation agierte. Der 39-Jährige warb in Polen für „Flüchtlingstransporte“ und die Fahrtstrecke Budapest-Wien Fahrer an. Dabei stellte er eine Bezahlung von 700 Euro in Aussicht, wobei 200 Euro Vorauskasse als „Benzingeld“ bezahlt und die restlichen 500 Euro bei einer
Rückkehr nach Budapest ausgezahlt wurden.

17 Festnahmen seit Herbst 2015

In Budapest wurde wenig später ein 44-jähriger Syrer festgenommen. Er soll von einem Hotel in Budapest aus die Schlepperaktionen dirigiert haben. Anfang Juli wurde eine Konvoi-Schleppung, bestehend aus fünf Fahrzeugen, aufgegriffen. Bei einer von Salzburger Ermittlern geleiteten Zugriffsaktion am 21. Juli wurden sieben Personen festgenommen. Unter anderem der 44-jährige Syrer, der 39-jährige Tschetschene, zwei weitere Tschetschenen im Alter von 40 und 41 Jahren sowie drei weitere Mitglieder der Organisation.
Insgesamt wurden seit fünften September vergangenen Jahres 17 Festnahmen vollzogen.
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