08.06.2016, 08:56 Uhr

Kulturpass soll jetzt stärker in die Bezirke hinausgetragen werden

10 Jahre Salzburger Kulturpass – Hunger auf Kunst und Kultur: Robert Buggler, Salzburger Armutskonferenz und Thomas Randisek, Dachverband Salzburger Kulturstätten

"Bühne frei für alle Menschen" als gesellschaftspolitisches Projekt

Zu seinem zehnten Geburtstag will sich der Salzburger Kulturpass – bekannt unter dem Motto "Hunger auf Kunst und Kultur" – vor allem den Salzburgern ein Geschenk machen und noch mehr Menschen außerhalb der Salzburger Landeshauptstadt erreichen. Denn bisher wurden vier Fünftel der Kulturpässe in der Stadt Salzburg ausgestellt. Dazu soll ab Juli mit Veranstaltungen in den Bezirken für den Kutlurpass geworben werden. Außerdem verstärkten die Kulturpass-Partner ihre Zusammenarbeit mit Salzburger Schulen.

Kulturpass jetzt auch für Schulen

"Bisher nützen erst sechs Schulen den Kulturpass. Wir stellen pro Schule fünf Kulturpässe aus, die nicht personengebunden sind, und bei Bedarf für Theaterbesuche und anderes von Klassen genützt werden können", erklärt Thomas Randisek von Dachverband der Salzburger Kulturstätten. Damit stünde einem gemeinsamen Klassenausflug auch bei einem oder zwei Kindern aus finanzschwachen Familien nichts mehr im Weg.


Sogar Red Bull Stadion ist Kulturpass-Partner

Menschen, die es sich mit ihrem Einkommen nicht leisten können, regelmäßig Kulturveranstaltungen zu besuchen – und das sagen acht Prozent der Salzburger von sich selbst – können mit dem Kulturpass ein Jahr lang kostenlos Konzerte, Kabaretts, Theater oder Kinoveranstaltungen und sogar Spiele im Red Bull Stadion besuchen. 74 Salzburger Kultureinrichtungen sind Partner des Aktion, das heißt, sie verlangen von den Kulturpass-Gästen kein Eintrittsgeld. Die Veranstalter selbst bekommen das entgangene Ticketgeld übrigens nicht ersetzt. Für Verwaltunsgaufwand und Materialkosten fördern Stadt und Land den Kulturpass mit 12.500 Euro.

Hier geht's zu Hunger auf Kunst und Kultur – der Salzburger Kulturpass

Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben

Armut lasse sich mit dem Kulturpass zwar nicht bekämpfen, räumt Robert Buggler von der Salzburger Armutskonferenz ein, aber mit "Hunger auf Kunst und Kultur könnten jenen Menschen das Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben ermöglicht werden, denen das sonst verwehrt bleibt: "54.000 Salzburger leben unter der Armutsgrenze – das ist jeder Zehnte. Elf Prozent der Salzburger geben an, dass sie pro Monat nicht einmal 15 Euro auf die Seite legen könnten."

"Es war von Anfang an eine solidarische Aktion und das soll es auch weiterhin bleiben", sagt Salzburger Kulturpass-Initiator und Theatermachter Reinhold Tritscher (Theater ECCE). In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 52.000 Tickets mit dem Kulturpass in Anspruch genommen, das entspricht einem finanziellen Gegenwert von mehr als einer halben Million Euro (exakt 546.443,15 Euro).

Beim Kulturpass gehe es nicht nur darum, Kunst und Kultur für alle Menschen erlebbar zu machen, sondern auch darum, "mit dem Finger darauf hinzuzeigen, dass Armut ein Problem ist und dass es darum geht, das Auseinanderklaffen der Gesellschaft zu verhindern", so Tritscher weiters. "Ich bin mit dem Theater ECCE selbst Kulturveranstalter und ich hätte gerne, dass auch Menschen, die arm sind, in meinem Publikum sitzen."


Neue Partner gesucht

Ein großer Wunsch der Kulturpass-Initiative ist es, auch Salzburgs Burgen und Schlösser als Partner zu gewinnen. "Derzeit laufen außerdem Gespräche mit dem Zoo Salzburg", berichtet Brigitte Buchagger von der Laube. Die Einrichtung bietet psychisch kranken Menschen Unterstützung Wohnen, Arbeit und Freizeitaktivitäten und ist eine von landesweit mehr als 60 Ausgabestellen für den Kulturpass. "Aber wir würden uns zum Beispiel auch sehr freuen, wenn wir das Stadtkino Hallein für die Aktion gewinnen können", so Buchagger. Bislang ist das Das Kino das einzige Kino, in dem Kulturpass-Inhaber kostenlos Filmvorführungen besuchen können.
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