27.05.2016, 15:35 Uhr

Lehener Park wird zur Schutzzone

Sarah Polivka und Wolfgang Bamberger mit Leo und Nick. Sie fühlen sich sicher im Lehener Park.

Aufgrund des dortigen Drogenhandelns wird der Lehener Park zur polizeilichen Schutzzone.

SALZBURG (ck). Der Lehener-Park ist seit Herbst 2015 im Visier der Polizei. Nicht nur, dass der Park immer wieder wegen Schlägereien für Aufsehen sorgte, er entwickelte sich nun auch zunehmend zu einem Zentrum des Drogenhandels in Salzburg. Selbst aus Deutschland sollen die Abnehmer inzwischen anreisen.

Polizei richtet Schutzzone ein

Um der Probleme Herr zu werden und überdies die Sicherheit der Kinder dort zu gewährleisten, wird ab dem 28. Mai beginnenden mit Mitternacht von der Polizei eine Schutzzone eingerichtet. Uniformierte und zivile Beamte, Schengenfahnder, Polizeihunde und eine Einsatztruppe zur Bekämpfung von Straßenkriminalität sollen dort patroullieren. „Sollten dort Personen beispielsweise mit Pillen oder Drogen in anderer Form erwischt werden oder Anbahnungshandlungen beobachtet werden, so können unsere Beamten neben der Wegweisung auch ein Betretungsverbot von 30 Tagen aussprechen. Zuwiderhandlung kann mit einer Geldstrafe von bis zu 500 Euro oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Wochen geahndet werden“, sagt Michael Rausch von der Landespolizeidirektion Salzburg dazu. Am gesamten Park sollen sechs Tafeln an den Eingängen angebracht werden, welche über die Schutzzone aufklären. Umgesetzt wird die Zone vorerst für sechs Monate, also bis zum 28. November 2016.

Politik begrüßt Schritte der Polizei

Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer befürwortet den Schritt der Salzburger Polizei den Lehener Park per Verordnung zur Schutzzone zu erklären. „Für mich zählt als oberste Prämisse der Schutz der Anrainer und aller Menschen, die den Park nutzen. Der Schritt passt für mich gut in das Gesamtkonzept Lehener Park!“, so Anja Hagenauer. Bereits im letzten Herbst wurden nach Gesprächen mit Anrainern drei neue LED-Leuchten im Park installiert sowie Hecken und Büsche so geschnitten, dass möglichst wenige "Angsträume" entstehen.

Anrainer sind skeptisch

„Wir fühlen uns sicher im Park. Probleme hatten wir noch nie. Sollten diese Maßnahmen wirklich helfen, finden wir das gut. Eine Schutzzone klingt im ersten Moment aber übertrieben. Die verstärkte Polizeipräsenz haben wir schon bemerkt“, sagen Wolfgang Bamberger & Sarah Polivka mit ihren Kindern Leo und Nick. Evelyn Heinzl und Elisabeth Losbichler sind ab und an zur Entspannung im Park: „Von der starken Kriminalität hier im Park haben wir schon gehört. Aber je mehr man sich Gedanken darüber macht, desto mehr Angst bekommt man. Die Maßnahmen sind natürlich gut, aber ob dadurch nicht noch mehr Angst geschürt wird?“
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