23.06.2016, 10:06 Uhr

So süß schmeckt der Orient

Burcu Cengel, Esra Mete, Tarik Mete, Rabiya Gök (v.l.) von "Vielfalt in Aktion" testeten für das Stadtblatt Baklava.

Das Stadtblatt begab sich auf die Suche nach dem besten Baklava.

Das aus Blätter- oder Filoteig gefertigte und mit Nüssen, Mandeln oder Pistazien befüllte Baklava ist eine im Balkan und der gesamten arabischen Welt bekannte und beliebte Süßspeise. Die heutige Variante geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Erste Erwähnung findet das Gebäck jedoch bereits in griechischen Texten aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Gerade im Rahmen des Fastenbrechens im Fastenmonat Ramadan kommt dem Baklava eine wichtige Rolle zu. Gemäß einer alten osmanischen Tradition, symbolisieren süße Desserts nämlich Glück und Freude. Auch in Salzburg erfreut sich das traditionsreiche in Zuckerwasser eingelegte Gebäck immer größerer Verbreitung.

428 Kalorien pro 100 Gramm

Auf der Suche nach dem besten Baklava in Salzburg und Umgebung ist das Stadtblatt in zwei Bäckereien in der Stadt Salzburg und einer weiteren in Hallein fündig geworden. Beim Verkosten halfen Mitglieder des Vereins "Vielfalt in Aktion (VIA). Burcu Cengel, Esra Mete, Tarik Mete – er ist SPÖ-Landtagsabgeordneter – und Rabiya Gök begehen gerade den islamischen Fastenmonat Ramadan. Bei Sonnenuntergang stehen neben allerlei Kösltichkeiten auch traditionelle Süßspeisen wie Baklava auf dem Speiseplan. Aufgrund ihrer kulinarischen Nähe zu dieser orientalischen Spezialität wissen sie, worauf es ankommt: Einerseits sollte die Nussfüllung möglichst intensiv und nicht mit Butter gestreckt sein, andererseits ist auf dünnen Teig zu achten. Nicht nur die Zubereitung sondern auch die Verkostung von Baklava will also gelernt sein.

Testsieger in Elisabethstraße

Die Tester haben beim Einkauf um fünf Stück Baklava gebeten – bei "Öz Basak" hat man es besonders gut mit ihnen gemeint und gleich neun Stück eingepackt. Das erklärt vielleicht auch den vergleichsweise höheren Preis von vier Euro. Bei "Erciyes" kostete der Einkauf 2,70 Euro, bei "Star" 3,00 Euro. Mit dem intensivsten Nuss-Geschmack und seinem hauchdünnen Teig konnte das Baklava von "Erciyes" in der Salzburger Elisabethstraße den Testsieg erringen.

Speisen und Gespräche

Geholfen wurde uns bei der Entscheidungsfindung durch den Verein "Vielfalt in Aktion (VIA)". Vier Mitglieder des Vereins kamen für uns im Ramadan zusammen und testeten nach dem täglichen Fastenabschluss am Abend das Baklava. Nebst der Verkostung berichteten die Mitglieder von ihren Vereinstätigkeiten. So versucht der Verein VIA seit einem Jahr die teils schweren Mängel in der Integration durch ihre freiwillige Arbeit auszubessern. Ihre Helfer bestehen aus Juristen, Lehrern, Ärzten und vielen weiteren. Sie wollen frisch angekommenden Menschen nicht nur eine erste Anlaufstelle sein, sondern auch eine Art Vorbildfunktion erfüllen. "Wenn ein Brief vom Magistrat kommt oder derartiges, dann versuchen wir zu helfen, diesen zu verstehen. Außerdem stammen wir häufig aus dem selben Kulturkreis und zeigen, dass auch wir den Weg zur Integration schafften und überaus erfolgreich wurden. Da kann man dann schon oftmals Vorbild sein", sagt Tarik Mete, Vorstandsmitglied des Vereins.

"Star"-Bäckerei

Beim Baklava der "Star"-Bäckerei aus der Halleiner Wichtelhuberstraße 9 fiel den Testern insbesondere der leicht säuerliche Geschmack auf. Der Teig des Gebäcks war etwas dicker als bei den anderen beiden und die Füllung dafür weniger.


Bäckerei "Erciyes"

Die Bäckerei "Erciyes" in der Salzburger Elisabethstraße nahe dem Hauptbahnhof wurde einstimmig unser Testsieger. Das dortige Baklava wartete mit der meisten Füllung, dem intensivsten Geschmack und dem dünnsten Teig auf.


"Öz Basak" Bäckerei

Die in der Ignaz-Harrer-Straße zu findende Bäckerei "Öz Basak" rangiert knapp hinter dem Testsieger aus der Elisabethstraße. Neben dem etwas dickeren Teig und der geringeren Menge an Füllung fiel dieses Test-Baklava als das süßeste auf.
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