09.06.2016, 21:46 Uhr

Universität Mozarteum und Rektor Siegfried Mauser trennen sich einvernehmlich

Rektor Siegfried Mauser und die Universität Mozarteum trennen sich einvernehmlich mit Ende Juni (Foto: Franz Neumayr)

Mauser wurde von Münchner Amtsgericht – nicht rechtskräftig – wegen sexueller Nötigung verurteilt.

Der Universitätsrat der Universität Mozarteum Salzburg und der
Rektor der Universität Salzburg, Siegfried Mauser, haben sich darauf
verständigt, Mausers Dienstverhältnis mit Ende Juni aufzulösen. Mauser war am Freitag vergangener Woche von einem Amtsgericht in München wegen sexueller Nötigung – nicht rechtskräftig – zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden.

"Möchte Schaden für Mozarteum vermeiden"

In einer Aussendung der Universität Mozarteum betont Siegfried Mauser: „Das in München gegen mich laufende juristische Verfahren bindet einen großen Teil meiner persönlichen Ressourcen. Daher habe ich mich entschlossen, meine Tätigkeit am
Mozarteum Salzburg zu beenden. Ich setze diese Maßnahme in meiner Verantwortung für das Haus, da ich vermeiden möchte, dass die Universität Mozarteum Salzburg durch die gegen mich erhobenen, wenn auch ungerechtfertigten, Vorwürfe Schaden nimmt."

Mauser: "Habe Grenzen der Höflichkeit überschritten, wofür ich mich entschuldige, aber niemals Grenzen der Selbstbestimmung"

Gleichzeitiig wolle er, Mauser, die Gelegenheit aber auch nutzen, um noch einmal zu betonen, dass er sich im Zusammenhang mit den Anschuldigungen, die zwei Ex-Kolleginnen aus München gegen mich erhoben haben, nichts vorzuwerfen habe. "Man kann mir vorwerfen, dass ich die Grenzen der Höflichkeit überschritten habe, wofür ich mich auch entschuldige. Niemals habe ich aber die Grenze der Selbstbestimmung überschritten. Ich bin sehr zuversichtlich, dass dies in nächster gerichtlicher Instanz auch anerkannt wird."


Universitätsratsvorsitzende: "Froh über gemeinsame Entscheidung"

Mit der heutigen Entscheidung, so Viktoria Kickinger, Vorsitzende des Universitätsrates der Universität Mozarteum Salzburg, am Donnerstag, sei auch von der Universität Mozarteum Salzburg viel Unsicherheit genommen worden: „Ich bin froh über diese gemeinsame Entscheidung. Wir zollen Professor Mauser großen Respekt dafür, dass er seinen persönlichen Rechtsstreit nicht zu einem Thema des Mozarteums hat werden lassen."

Kickinger betonte weiters: „Ich bedanke mich im Namen des Universitätsrates bei Professor Mauser für seinen großen Einsatz als Rektor der Universität." Wie das jüngste „QS World University Ranking zeige, sei das Mozarteum eine der angesehensten Kunstuniversitäten weltweit und eine der wenigen Universitäten
Österreichs, die in diesem Ranking top-gereiht sei. „Professor Mauser hat sowohl als Rektor als auch als Künstler viel dazu beigetragen, dass die Universität heute so positioniert ist."

Rektorat wird so rasch als möglich ausgeschrieben

Auch der Senat der Universität Mozarteum hat wie folgt dazu
Stellung genommen: „Der Senat begrüßt die Entscheidung des Rektors, eine einvernehmliche Lösung mit dem Universitätsrat herbeizuführen, um Schaden vom Haus abzuwenden."

Die Universität Mozarteum Salzburg wird nun so rasch als möglich das Rektorat neu ausschreiben. Bis zur Ernennung des neuen Rektors oder der neuen Rektorin führt die Vizerektorin für Ressourcen, Brigitte Hütter, die Geschäfte der Universität.
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