22.09.2016, 15:03 Uhr

Vernissage Otto Piene: Das Bild ist ein Kraftfeld am Freitag 30. September ab 18:00 Uhr @ Galerie 2CforArt

Wann? 26.11.2016 18:00 Uhr

Wo? Galerie 2CforART, Rainerstraße, 5020 Salzburg AT
Otto Piene: ohne Titel
Salzburg: Galerie 2CforART | Otto Piene: Was ist ein Bild? Das Bild ist ein Kraftfeld.
Was ist die Farbe? Die Farbe ist die Artikulation des Lichts.
Was ist das Licht? Das Licht ist die Sphäre alles Lebens.

Ab 30. September präsentiert die Galerie 2CforART (www.2cforart.at) im Salzburger Andräviertel Arbeiten von Otto Piene, darunter ausgewählte Unikate und Editionen. Die Vernissage findet am Freitag, 30. September 2016 ab 18:00 Uhr statt.

Otto Piene wurde 1928 geboren und gründete 1958 gemeinsam mit Heinz Mack die Künstlerbewegung ZERO, die in den letzten Jahren wieder in aller Munde ist. Otto Pienes Kunst kennt keine Grenzen. Jedes Material, jedes Medium, jeder Stoff konnte Teil seiner Kunst werden.

Seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Element Feuer begann Ende der 1950er Jahre. Piene sprach vom Bilder-Kochen: Er arbeitete mit Kerzen, offenen Flammen und Rauch, eingefärbte, bemalte Leinwände oder Papierformate wurden in Brand gesetzt, sodass sich faszinierende Amalgame aus Feuerkruste und Farbfeldmalerei ergaben. Die Grundformen der Bilder wie Kreis oder Kegel ließen sich dabei noch planen, deren spezifische Erscheinung und jeweilige Färbung waren jedoch ganz dem Brandverlauf zuzuschreiben. Die Begeisterung für das Spielerische, nicht Kalkulierbare im Umgang mit dem Feuer hat sich Piene bis zum Ende seiner Schaffenszeit erhalten.

Neben dem Feuer hat Piene zeit seines Lebens auch die Elemente Luft und Licht und schlussendlich auch Erde als Keramik selbst ins künstlerische Zentrum gerückt. Den alles gründenden Elementen gab er eigenverantwortlichen künstlerischen Status, Wert und Bedeutung. Otto Piene war so gesehen einer der radikalsten Künstler, denn er führt die Kunst zurück zu ihren Wurzeln. Mit einfachsten Mitteln, Papier, einigen Farben, ein Streichholz war Otto Piene in der Lage, betörend neue künstlerische Phänomene zu erschaffen, und diese sind einzigartig in der Kunst.

Nichts ist konkreter und wirklicher, als Licht und Luft und Feuer und Erde – und das jeweilig in ihren elementarisierten Zuständen, ihren Erscheinungsformen, in ihrer Phänomenalität selbst.

Seine Werke sind nicht als Erzählungen oder Abbildungen zu begreifen, selbst wenn sich ansatzweise gegenständliche Motive wie Landschaften, Regenbogen oder Planetensystem erkennen lassen. Dieser freiheitlich geprägte Kunstbegriff vermittelt sich gerade in den vielen Graphiken und Drucken, die Otto Piene im Laufe seines Lebens und aus vielen Anlässen heraus geschaffen hat. Einfachheit und Klarheit bestimmen oft Pienes Konzeptionen, in denen die Leuchtkraft der Farben fast immer zu einer stark räumlichen Wirkung der Formen führen. Es sind die Energien, an denen Piene interessiert ist und die er über die Kunst vermittelt und aussendet.

Diese grundsätzliche Offenheit zeigt sich auch in der Aufgeschlossenheit des Künstlers fast jeder Technik und jedem Material gegenüber. Noch im hohen Alter wagte er sich an ein gänzlich neues Medium: die Keramik. Monochrome Felder oder Platten, überzogen mit schillernden Glasuren, die seinem Frühwerk, insbesondere seinen so genannten Rasterbildern nahe kommen. In den reliefhaften Oberflächen bricht und reflektiert sich das Licht. So hat er zum Ende seines Schaffens hin eine evidente Konklusion erreicht, indem er die Elemente Feuer und Erde durch seine Keramiken vereint.

Otto Piene starb am 17. Juli 2014 in Berlin, einen Tag nach der Eröffnung seiner Berliner Ausstellungen.
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