17.03.2016, 13:05 Uhr

Vertrauensperson für Pflegekinder in Salzburg

Hermann Lasselsberger, Andrea Holz-Dahrenstaedt und LR Heinrich Schellhorn (Foto: kija/Neumayr)
SALZBURG (lg). Das Aufwachsen in einer intakten Familie ist nicht für alle Kinder möglich. Rund 650 Kinder und Jugendliche in Salzburg wachsen in WGs oder Pflegefamilien auf, was mitunter auch zu Problemen führen kann. Etwa dann, wenn die Kinder in einen Loyalitätskonflikt zwischen Herkunftsfamilie und dem neuen Zuhause geraten. Damit hier Unterstützung geleistet wird, gibt es jetzt eine externe kinderanwaltliche Vertrauensperson. Sozialarbeiter Hermann Lasselsberger ist seit Dezember 2015 in der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg für diese per Gesetz neue Aufgabe zuständig.

Besuche in WGs und Sprechstunden

„Ich freue mich, jetzt die 25 unterschiedlichen WGs im Bundesland Salzburg, ihre Mitarbeiter und vor allem die Kinder und Jugendlichen kennenzulernen. Als Vertrauensperson sehe ich mich mehr als unterstützender Brückenbauer denn als Kontrolleur. Letztlich geht es natürlich darum, den Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen", beschreibt Lasselsberger seine neue Aufgabe. Die Arbeit in den WGs kennt er aus eigener Erfahrung als Betreuer, auch in der Fachaufsicht und am Jugendamt war er tätig. Künftig will er jede WG mindestens zweimal jährlich besuchen und vor Ort eine Art Sprechstunde abhalten oder an Alltagsaktivitäten teilnehmen. Darüber hinaus wird er für die Kinder- und Jugendlichen nach Vereinbarung und telefonisch erreichbar sein. „Mir ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen wissen, dass sie mich Dinge Fragen können und Probleme ansprechen können, ohne dass das gleich Auswirkungen haben muss. Manches können sie auch einfach bei mir deponieren, bis sie reif sind für den nächsten Schritt", fügt der Sozialarbeiter hinzu.

Erster Schritt in richtige Richtung

Die Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt freut sich über den kinderrechtlichen Fortschritt, räumt aber ein, dass mit einer Vertrauensperson erst ein Anfang gemacht ist: Dass wir mit Hermann Lasselsberger jetzt eine kinderanwaltliche Vertrauensperson in Salzburg haben, die aktiv in die Wohngemeinschaften geht und Ansprechperson für Pflegekinder ist, ist ein echter Meilenstein im Zeichen des Kinderschutzes! Der Bedarf ist allerdings größer. Gerade in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung und bei den Quartieren für minderjährige Flüchtlinge, aber auch in Internaten oder Berufsschulheimen, gibt es blinde Flecken, die wir anschauen müssen. Eine Person allein kann das aber nicht bewältigen."
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