Badespaß zum Nulltarif
SALZACHSEE. An sich wollte ich Julius (Gyula Kása), den Aufsichtsführenden des Lieferinger Badesees, gleich aufsuchen und ihn über mein Anliegen, ein paar Aufnahmen für einen Zeitungsartikel machen zu wollen, vorab informieren. Man weiß ja nie, ob man aneckt oder sich böse Blicke einfängt, wenn man ohne Badekleidung auf einer Liegewiese mit einer Kamera umher läuft. Da sich jedoch an diesem Tag mit wechselhaftem Wetter nur wenige Badegäste auf der riesigen Liegewiese befanden, machte ich meinen Rundgang sogleich und stattete ihm erst am Ende einen Besuch ab.
22 Jahre sei er schon im Amt, erfuhr ich dann in einem Gespräch mit ihm. Im Winter würde er das Eis in der Eisarena im Volksgarten aufbereiten. Im Sommer hingegen führe er hier am Badesee von morgens bis abends Aufsicht, oft auch noch mit einer Hilfskraft. Meist gäbe es es nur Routinemäßiges zu tun wie das Gesamtareal zu säubern, den Rasen zu mähen oder die vielen Spielgeräte in Stand zu halten. Streit gäbe es nur selten unter den Badegästen, deren Zahl an heißen Tagen bis zu 10.000(!) Personen betragen könne. Ihm komme dabei zugute, dass er außer Deutsch noch Ungarisch und 3 weitere Sprachen spreche.
Wie alle Salzachseen speise auch den Badesee das Grundwasser, so Julius weiter. Ursprünglich sei auch dieser einer Baggersee gewesen, als in den vierziger Jahren die nahe liegende Westautobahn gebaut wurde. Früher sei auch der benachbarte Fischereisee zum Baden gewesen, heute allerdings nicht mehr. Grundsätzlich habe jeder Badegast freien Eintritt und könne alle Einrichtungen kostenlos nutzen. Selbst das Parken um den Badesee herum koste nichts. Viele Erholungssuchende kämen aber auch mit dem Fahrrad oder mit dem Obus hierher. Hunde seien allerdings nicht erlaubt – aus hygienischen Gründen.
Als wir uns verabschiedeten, bereute ich ein wenig, nicht mit Badehose und Handtuch auf dem Gepäckträger hierher geradelt zu sein. Zu gerne wäre ich nämlich auch noch eine Runde geschwommen, weil alles so einladend war. Doch was nicht ist, kann ja noch werden, denn soweit ist es ja nicht von Lehen nach Liefering zum "Julius-See", wie er im Volksmund auch genannt wird ...
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Offizieller Pressetext der Stadt St. Pölten:
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