15.07.2016, 08:39 Uhr

Den Kopf des Widerstands ehren

Eine 300 Meter lange Straße ist nach dem wichtigsten Widerstandskämpfer Salzburgs benannt. Seine Rolle reicht zuweilen jedoch nicht aus, den Gnigler Bildungscampus nach Franz Ofner zu benennen. Im Bild: Siegfried Trenker vom KZ-Verband. (Foto: KZ-Verband/Verband der AntifaschistInnen Salzburg)

Der KZ-Verband fordert die Benennung des Gnigler Bildungscampus nach Franz Ofner.

SALZBURG (ck). Vor 73 Jahren, am 15. Juli 1943, wurde Franz Ofner, der Kopf des politischen Widerstands in Salzburg gegen die Nazi-Diktatur, in München-Stadelheim enthauptet. Um ihn und auch andere Antifaschisten, die bewusst gegen die Diktatur und für ein freies, demokratisches Österreich kämpften, endlich zu ehren, fordert der KZ-Verband Salzburg die Benennung des Bildungscampus in Gnigl nach Franz Ofner.

Ehre wem Ehre gebührt

Gerade in den vergangenen Monaten rückte Salzburg immer wieder in den Fokus nationaler und internationaler Medien, da Straßen und Plätze stets noch berühmte Nationalsozialisten ehren. Auch wir berichteten über die offensichtliche Problematik der Thorak-Skulpturen im Kurpark sowie die Thorak-Straße. Dass Orte und Straßen dem Lieblingsbildhauer von Hitler huldigen, welcher eine wichtige Person in der Nazi-Propaganda war, scheint in Salzburg offenbar kein Problem zu sein. Die Ehrung der Kämpfer des politischen Widerstands hingegen schon. So brachte die Bürgerliste durch Stadträtin Ingeborg Haller einen Antrag zur Benennung des Bildungscampus nach Franz Ofner ein, welcher jedoch abgelehnt wurde. Der regionale Bezug sei nicht gegeben, so heißt es von der Stadt. Tatsächlich wurde Ofner 1921 im heutigen Stadtteil Itzling geboren, welcher dazumal jedoch zu Gnigl gehörte. Erst seit Eingemeindung Gnigls im Jahre 1935 ist Itzling ein Salzburger Stadtteil. Ein Treppenwitz überdies die Kommentierung der ÖVP, dass der Vorschlag zur Benennung einer Schule nach Ofner nicht feministisch sei.
"Franz Ofners Einsatz gegen den Faschismus in Zeiten umfassender Repression kann nicht genug gewürdigt werden. Gerade in einer Gegenwart, in der der Rechtsextremismus verstärkt in Erscheinung tritt, wäre die Benennung einer Schule nach einem mutigen jungen antifaschistischen Widerstandskämpfer ein symbolträchtiges und starkes Zeichen der Zivilgesellschaft. Bildung ist und bleibt immer noch das beste Mittel gegen Rassismus und Rechtsextremismus", heißt es vom KZ-Verband/Verband der AntifaschistInnen Salzburg.
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