16.03.2016, 20:00 Uhr

Borkenkäfer frisst sich durch Wälder

(Foto: LWK Gmunden)
Ein milder Herbst ermöglichte Borkenkäfer Vermehrung in dritter Generation.

SALZKAMMERGUT. Laut österreichischer Waldinventur beträgt die Waldfläche im Bezirk Gmunden 94.000 Hektar. Im Salzkammergut gibt es 2200 Klein- und Kleinstwaldbesitzer, 1800 davon bewirtschaften bis zu zehn Hektar Wald. Der größte Anteil des Waldes im Bezirk, 67 Prozent, gehört der Österreichischen Bundesforste AG. Alle diese Waldbesitzer werden heuer mit demselben Problem konfrontiert: dem Borkenkäfer. „Wir haben den Befall bereits im Herbst 2015 gespürt und werden sicher heuer von den weiteren Folgen betroffen sein. Den Waldbesitzern entsteht dadurch ein hoher Schaden, da diese befallenen Bäume nicht ‚geplant‘ genutzt werden. Dieses befallene Holz ist weiters auch viel weniger wert“, so Albert Steinegger, Forstberater in der Landwirtschafskammer Gmunden. Waldbesitzern wird dringend geraten, entsprechende Maßnahmen zu treffen. „Diese sind: Regelmäßige Kontrolle von alten Befallsflächen, Entnahme von befallenen Bäumen, Suche und Entnahme der Bäume, wo die Entwicklung der Käfer am Anfang steht. Keine Lagerung von befallenem Blochholz im Wald oder Waldrand. Bruttaugliche Resthölzer und Wipfelstücke nicht im Wald oder Waldrand lagern“, erklärt Steinegger.
Wenn die Bäume schon durch Borkenkäfer befallen sind, gibt es die Möglichkeit, Käferfallen aufzustellen. Hier werden mit einem Duftstoff die Borkenkäfer angelockt und der Waldbesitzer bekommt in der Falle einen Überblick, wie hoch die Anzahl der Schädlinge ist. Weiters können Netze, die mit Käferinsektizid besprüht wurden, gespannt werden. Auch hier werden die Borkenkäfer durch einen Lockstoff angelockt und dann abgetötet.

Explosionsartige Vermehrung

„Der Borkenkäfer ist deshalb so gefährlich, da er sich so explosionsartig vermehrt und entwickelt. Durch den warmen Herbst 2015 konnte sich sogar eine dritte Generation von Borkenkäfern entwickeln. Auch in höheren Lagen gibt es den Befall, ganz im Gegensatz zu früheren Lehrmeinungen“, so der Fostexperte. Den Buchdruckerbefall erkennt der Waldbesitzer am Auswurf von braunem Bohrmehl auf Rindenschuppen, an Spinnweben, rund um den Stammfuß oder auf Pflanzen am Waldboden. Spätere Kennzeichen, die eine Bekämpfung erschweren, sind Spechtabschläge, Abfallen der Rinde, Kronenverfärbung von unten nach oben oder Nadelverlust der Krone im grünen Zustand. „Die Waldbesitzer werden im Vergleich zu denen in anderen Bezirken noch verhältnismäßig gut wegkommen. Wir haben viel Mischwald im Salzkammergut, auch das ist ein guter Schutz gegen den Borkenkäfer!“
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