14.07.2016, 15:09 Uhr

Traunstein forderte 131. Todesopfer

(Foto: Bergrettung Gmunden)

Gmundner Bergretter waren in der Vorwoche bei zwei tödlichen Alpinunfällen im Einsatz.

GMUNDEN (km). Der "Wächter des Salzkammergutes" forderte in der Vorwoche sein 130. und 131. Todesopfer. Am 5. Juli entdeckten Wanderer in einer Schotterriese neben dem Mairalmsteig einen männlichen Toten. Wie sich später herausstellte, war der 73-jährige Eferdinger bereits einige Tage vor seinem Auffinden verstorben. Die Todesursache konnte in einer angeordneten Obduktion nicht mehr festgestellt werden. Es gab keine Anzeichen für ein Fremdverschulden. Gerüchte zu einem möglichen Selbstmord bestätigt die Polizei nicht. "Wir können das nicht bestätigen oder ausschließen. Wir haben auf jeden Fall keinen Abschiedsbrief gefunden", so David Furtner von der Landespolizeidirektion Oberösterreich. Gleich am Tag darauf, am 6. Juli, entdeckten Wanderer wieder einen männlichen Toten. Der 41-jährige Traunkirchner ist vom Hernlersteig etwa 150 Meter abgestürzt.

"Traunstein kein Todesberg"

Bei beiden Einsätzen waren die Mitglieder der Bergrettung Gmunden gefordert. Ihr Ortsstellenobmann Bernhard Ebner dazu: "Am Traunstein ist fatal, dass manche Bergsteiger ihre Kondition überschätzen. vom See geht es 1300 Höhenmeter steil bergauf. Dabei ist zu bedenken, dass, wenn man oben ist, auch der wiederum kräftefordernde Abstieg anzutreten ist." Der Traunstein wird oft unterschätzt, ist aber kein "Todesberg", wie Ebner betont: "Der Traunstein ist auf jeden Fall ein lohnendes Ausflugsziel. Vor dem Aufstieg müssen aber viele Punkte beachtet werden, um die Tour sicher genießen zu können!" Der erfahrene Bergsteiger hat Tipps für das Gelingen einer Bergtour: Jeder Bergsteiger sollte über ein gewisses Maß an körperlicher Fitness verfügen. Die Tour muss sorgfältig vorbereitet und geplant werden – auch mit Hilfe von Internet, Wanderkarten, Literatur sowie dem Einholen eines Wetterberichtes. Traunstein-Begeher sollen rechtzeitig in den Morgenstunden losstarten, damit durch eingelegte Pausen kein Zeitdruck entsteht. In den Rucksack gehören Regenschutz, genug zu trinken, Proviant, Verbandszeug und Kleidung zum Wechseln sowie Handy und Taschenlampe für alle Notfälle. Entscheidend ist, auch nicht um jeden Preis am Ziel festzuhalten – wenn das Wetter nicht passt, ist Bergsteigen höchst gefährlich. Weiters sollten Alpinisten ihr Ziel immer Familienangehörigen oder Freunden bekannt geben. Alleine am Berg unterwegs zu sein, bedeutet immer ein Risiko – einen Partner dabei zu haben, kann lebensrettend sein. „Eine Bergekostenversicherung ist anzuraten, um bei einem Unfall nicht mit hohen Kosten einer Hubschrauberrettung konfrontiert zu sein. Geraten Sie in Bergnot, verständigen Sie unter dem Bergrettungsnotruf 140 die Einsatzkräfte!“
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