10.03.2016, 13:35 Uhr

Überfall auf das Pfarramt Laakirchen

Pfarrer Franz Starlinger (Foto: Diözese Linz)
LAAKIRCHEN. Am Mittwoch, 9. März wurde ein bewaffneter Überfall auf das Pfarramt Laakirchen verübt. Zwei unbekannte Täter zwangen den Pfarrer und eine ehrenamtliche Mitarbeiterin mit Waffengewalt zur Herausgabe von Bargeld.

Pfarrer KonsR Mag. Franz Starlinger hat gegenüber dem Kommunikationsbüro der Diözese Linz einige Fragen zu den Vorfällen beantwortet. Die MedienvertreterInnen ersucht der Pfarrer, ihn nun möglichst wieder seinen seelsorgerischen Tätigkeiten nachgehen zu lassen. Für Rückfragen steht auch der Leiter des Kommunikationsbüros der Diözesse Linz, Herr Michael Kraml, zur Verfügung.

Die Sicherheit in Pfarrhöfen war übrigens bei den Bildungstagen der Pfarrsekretärinnen in dieser Woche im Schloss Puchberg ein wichtiges Thema. Speziell im Bereich Kriminalprävention gab es seitens der Polizei viele wertvolle Hinweise und es wurden auch bereits konkrete Maßnahmen überlegt. Dass die Tagung mit diesem Themenschwerpunkt praktisch fast zeitgleich mit dem Überfall in Laakirchen stattfand, ist ein tragisch anmutender Zufall.

Herr Pfarrer, was ist konkret geschehen? Wie war der Ablauf der Tat?

Wir hatten ganz normal unsere Öffnungszeit im Pfarrbüro. Ich hatte eine Besprechung bezüglich einer Vermietung des Pfarrsaales und kurz nach der Besprechung habe ich telefoniert. Da hörte ich meine Mitarbeiterin "Hilfe" schreien und gleich danach stand auch schon einer der Täter bei mir im Büro. Er hat mir mit dem Finger am Mund gedeutet, ich solle still sein. In der anderen Hand hat er eine Waffe gehalten. Meine Mitarbeiterin wurde dann zu mir ins Büro gebracht und uns wurden die Hände mit Kabelbindern zusammengebunden. Der Mund wurde uns mit Klebeband verklebt. Dann wurden wir nach Geld gefragt und ich habe mit dem Kopf auf meine Hosentasche gedeutet, in der sich die Schlüssel befanden. Einer der Täter hat die Schlüssel an sich genommen und dann wurden meine Mitarbeiterin und ich mit Klebeband an die Stühle im Büro gefesselt.
Im Büro gab es ein paar Kassen mit kleineren Beträgen von Gruppierungen unserer Pfarre. Diese wurden von den Tätern an sich genommen. Ein größerer Geldbetrag sollte eigentlich in den nächsten Tagen an eine bedürftige Familie übergeben werden. Das Geld war der Reinerlös von einem Pfarrfrühschoppen zugunsten dieser Familie.
Einer der Täter fragte dann noch nach: "Noch Geld?" Ich verneinte mit einer Kopfbewegung und die Täter haben noch ein paar Türen und Schränke in meinem Büro geöffnet und sind dann geflüchtet.
Ich selbst habe mich dann gegen den Sessel gestemmt und konnte das Klebeband zerreißen. Danach haben wir mit einer Schere unsere Fesseln durchtrennt und sofort mittels Notruf die Polizei verständigt, die dann auch rasch bei uns war.

Wie geht es Ihnen nach dem Überfall?

Ich habe es gut überstanden und auch eine relativ gute Nacht hinter mir. Geholfen hat sicherlich, dass wir beim Überfall zu zweit im Büro waren. Da lässt sich so etwas leichter verarbeiten. Ich habe jedenfalls keine Angst. Ich glaube auch nicht, dass die Täter wiederkommen werden. Aber wir überlegen jetzt natürlich schon, wie wir Sicherheitsvorkehrungen treffen können, und da werden wir auch etwas tun.

Ist Ihnen vor dem Überfall etwas aufgefallen?

Nein. Es gab nichts Verdächtiges. Es war alles so wie immer.
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