06.05.2016, 11:43 Uhr

Wandern im "Adams-Kostüm"

"How can you feel more free than this. Naked on top of the mountain above the clouds." – ein Nacktwanderer schwärmt vom Dachstein und den 5Fingers. (Foto: Screenshot)

Vor allem in höheren alpinen Gefilden sehen Touristiker keinen Trend für das Salzkammergut

BEZIRK. Eine spektakuläre Aufnahme von den 5Fingers am Krippenstein (siehe Screenshot) hat die BezirksRundschau dazu veranlasst, zu untersuchen, ob es sich beim Nacktwandern um einen neuen Trend im Salzkammergut handeln könnte. Bereits im vergangenen Jahr haben die "Zipfelstürmer auf der Postalm" für Aufsehen gesorgt (die BezirksRundschau berichtete). "Wir hatten keine Kenntnis, dass dieses Foto bei den 5Fingers aufgenommen worden ist", so Pamela Binder, Geschäftsführerin der Ferienregion Dachstein Salzkammergut. "Es wirkt auch ehrlich gesagt eher wie eine Fotomontage." Binder begründet ihre Vermutung mit der doch sehr wagehalsigen Position des Fotomodels und den Wolken, die "normalerweise nicht so unter den 5Fingers stehen". Der Inhaber des Instagram-Accounts, auf den das Foto hochgeladen wurde, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

"Erkennen hier keinen Trend"

Unabhängig davon, ob es sich bei dem Foto um eine mit Photoshop bearbeitete Montage handelt oder nicht, sieht Pamela Binder hier keinen großen Trend. "Im Alpinbereich hat Kleidung nicht nur den Sinn, sich vor den Blicken anderer zu schützen. Sie bringt auch gesundheitlichen und sicherheitstechnischen Nutzen. Entsprechende Bekleidung schützt vor Sonne, Wind und Niederschlag aber auch vor Stürzen." Daher sei Binder zufolge kein großer Trend in Richtung Nacktwandern erkennbar. "Im in gewissen Talbereichen des Salzkammergutes gibt es ohnehin extra gekennzeichnete FKK-Bereiche", ergänzt Binder. "Beispielsweise im Weißenbachtal und am Hallstättersee. In den Wanderbereichen haben wir deshalb nicht vorgesehen, etwaige Routen als Nacktwanderwege zu kennzeichnen."

Was tun, wenn man doch ein Nackerpatzerl erspäht?

"Ich wäre da sicher zuerst einmal perplex", meint Binder lachend. "Aber den Vorfall zu melden oder gar einen Streit vom Zaun brechen macht eher wenig Sinn." Würde sich eine Begegnung mit einem Nackerpatzerl auf über 1000 Metern ereignen, kämen Einsatzkräfte ohnehin zu spät und die Betroffenen wären wortwörtlich schon über alle Berge. "Wir appellieren hier auch an die Vernunft jener, die gerne Nacktwandern würden", so die Geschäftsführerin der Ferienregion Dachstein Salzkammergut. "Es gehen auch viele Familien mit Kindern jeglichen Alters wandern und diese sollen nicht verschreckt werden." Falls es doch zu Begegnungen kommen sollte und sich die bekleideten Wanderer gestört fühlen, können sich diese an das Tourismusbüro wenden. "Wir gehen aber ehrlich gesagt nicht davon aus", so Binder, "wenn sich das aber ändert werden wir natürlich entsprechende Maßnahmen zu Prävention ergreifen müssen."
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.