01.06.2016, 10:00 Uhr

Wer ist denn nun der Batman von Bad Ischl?

Ein Unbekannter hat Angekündigt, als Batman in Bad Ischl per Selbstjustiz für Ordnung zu sorgen.

Unbekannter kündigt an, im Namen Batmans künftig Verbrecher in der Kaiserstadt auf eigene Faust zu bekämpfen.

BAD ISCHL (pg). Am Tag ein Multimillionär, in der Nacht ein selbsternannter Kämpfer gegen das Unrecht: Batman. Normalerweise trifft man ihn in Comics oder etwaigen Verfilmungen an, wenn er in seiner Heimatstadt "Gotham City" Verbrecher auf eigene Faust dingfest macht. Wenn man einem Schreiben Glauben schenken darf, das vergangene Woche in Bad Ischl aufgetaucht ist, könnte die Fledermaus ihren Wirkungsbereich neuerdings auch auf die Kaiserstadt ausgeweitet haben (die BezirksRundschau hat exklusiv darüber berichtet). In seinem Brief, der mit Bruce Wayne, dem zivilen Namen Batmans gezeichnet ist, richtet sich der Unbekannte direkt an Ischls Bürgermeister Hannes Heide. "Du bist ein guter Bürgermeister jedoch umgeben von Verräter und Korrupten Bürokraten die du als Polizist oder Politiker betiteln würdest", heißt es im Schreiben – Rechtschreibfehler inklusive. Bad Ischl sei voller Drogen und Suchtmittel, wogegen die zuständigen Beamten nichts unternehmen würden. Der Unbekannte werde nicht zuschauen, wie dieser "Abschaum" die Stadt untergehen ließe, die seine Eltern aufgebaut hätten. "Jedes Mal Hannes wenn du ein Batzeichen erkennst irgendwo selten markiert in der Stadt, dann weißt du das ich in Action bin und Selbstjustiz ausübe", schreibt der Fledermaus-Mann weiter. Bürgermeister Heide sieht die Situation gelassen: "Ich habe das Schreiben an die Polizeiinspektion Bad Ischl weitergegeben. Ich fühle mich hier ehrlich gesagt nicht wirklich zuständig." Generell solle man dem Ganzen aber nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. "Es ist sicher eine gute Geschichte für die Presse, aber mehr ist da sicher nicht dran", so der Ischler Ortschef weiter. Auch das erwähnte Drogenproblem sieht Heide definitiv nicht.

"Bislang kein Strafbestand"

Das Schreiben wurde von der städtischen Sicherheitswache zur Kenntnis genommen, Handlungsbedarf sieht man dort derzeit aber noch keinen. "Der Brief an sich ist noch kein Gesetzesverstoß", heißt es seitens der Polizeiinspektion Bad Ischl. "Der oder die Unbekannte droht zwar mit Maßnahmen, geht jedoch nicht speziell auf diese ein. So lange es hier also keinen konkreten Strafbestand gibt, werden wir auch nicht aktiv werden." Da bislang – vom Medienrummel einmal abgesehen – noch nichts passiert sei, würde dem selbsternannten Batman auch keine Konsequenzen drohen. Anders sieht es natürlich in Sachen Selbstjustiz aus: "Wenn ein Bürger das Gesetz in die eigenen Hände nimmt, droht auf jeden Fall eine Geldstrafe. Je nachdem, wie schwerwiegend das Vergehen ist, muss man auch mit einer Freiheitsstrafe rechnen", erklärt Simone Mayr-Kirchberger, Pressesprecherin der OÖ Landespolizeidirektion. Auch das Anbringen des erwähnten "Batzeichens" auf öffentlichem Eigentum sei strafbar.

User und Bad Ischler reagieren mit Humor

Zahllose Fotomontagen wurden bereits an Bürgermeister Heides Facebook-Pinnwand gepostet. Die Facebook-Community nimmt die Sache mit Humor. Die Bierzeltveranstalter der FW Rettenbach widmen dem Batman sogar ihr Festmotto: "Rettenbach sucht den 'Batman'" heißt es auf Facebook. "Auch wir möchten gerne wissen, wer der Batman ist", schreiben die Veranstalter und laden den Unbekannten zum Bierzelt ein.
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