30.05.2016, 14:10 Uhr

Zwei junge Frauen haben ambitioniertes Ziel

(Foto: Privat)
ALMTAL. Mit ihrem Projekt „almgrün“ schlagen die Umweltpädagogin Michaela Jancsy und die Biologin Reingard Prohaska neue Wege in der Landwirtschaft ein. „Wir finden, dass unsere Grundnahrungsmittel nicht erst durch halb Europa reisen sollten, bevor sie zu uns auf den Teller kommen“, meint Michaela Jancsy. „Gemüse gehört frisch vom Acker zu den Konsumenten“. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt deshalb in der Wieder-Bekanntmachung alter Gemüsesorten, denn damit lässt sich das heimische Gemüsespektrum um ein Vielfaches erweitern. Auf Paprika aus Spanien und Erdbeeren im Winter kann so viel leichter verzichtet werden. Auf ihrem Acker wollen die beiden Quereinsteigerinnen außerdem so umweltverträglich und ressourcenschonend wie möglich landwirtschaften. Um dies zu realisieren, setzen sie auf langfristige Partnerschaften mit ihren Kunden. „Wir möchten, dass die Menschen wieder einen Bezug bekommen zu den Lebensmitteln, die sie essen und die Bedingungen unter denen sie hergestellt werden, verstehen lernen, denn Landwirtschaft ist für uns kein normales Geschäft – sie soll fair sein für alle Beteiligten“, so Prohaska. Deshalb vermarkten sie ihr Gemüse im Abo: die Konsumenten sichern die Abnahme für ein Jahr zu einem vorher vereinbarten Preis zu und bekommen dann jede Woche ein bunt gefülltes Gemüse-Kistl, mit allem was in dieser Woche reif geworden ist. Zusätzlich zum Gemüse können auch Eier von glücklichen Hühnern und Sauerteig-Brot, nach altem Handwerk gebacken, erworben werden. Dieses Konzept der gemeinschaftsgestützten Landwirtschaft ist in anderen Ländern schon weit verbreitet. Es unterstützt Landwirte dabei, sich voll und ganz auf den nachhaltigen Anbau konzentrieren zu können und hilft ihnen Risiken wie Hagel oder Frosteinbrüche leichter zu tragen. Die Konsumenten bekommen dafür neben qualitativ hochwertigen Produkten auch Einblick in die Produktion und Mitspracherecht.
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