23.05.2016, 10:10 Uhr

Reitsamer: "Habe nichts gegen Fußball"

Markus Reitsamer, Fraktionschef der Grünen Bad Ischl. (Foto: Grüne Bad Ischl)
BAD ISCHL. Markus Reitsamer, Chef der Grünen Bad Ischl, im BezirksRundschau-Interview über den Fußballplatz in der Kaltenbachau, die 30er-Zone und den Katastrophen-Schutz.

BezirksRundschau: Das Thema "Fußballplatz in der Kaltenbachau" beschäftigt den Ischler Gemeinderat schon lange. Was ist Ihr Standpunkt?
Markus Reitsamer: Ich war schon immer der Meinung, dass die Kaltenbachau ein wichtiges Naherholungsgebiet für Bad Ischl ist. Ein Ort, wo man Ruhe hat und die Seele baumeln lassen kann. Das geplante Fußballstadion – und mit Tribühnen etc. ist es eben ein Stadion – ist dort vollkommen deplatziert. Neben dem erhöhten Verkehrsaufkommen wäre auch die Umsiedelung des Skateparks ein Nachteil, der einem Bolzplatz weichen müsste.

Wo wäre Ihrer Meinung nach ein besserer Standort?
Das muss gemeinsam mit den anderen Fraktionen im Gemeinderat und in den Arbeitsgruppen besprochen werden. Einen konktreten Vorschlag haben wir auch nicht, aber bislang haben sich die anderen Gemeinderäte völlig auf die Kaltenbachau versteift. Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass uns die Kaltenbachau, die ja durch den neu gestalteten Sisi-Park nochmal aufgewertet wird, erhalten bleibt.

Soll das Projekt dann auf Eis gelegt werden?
Ich habe sicher nichts gegen den Fußballsport ansich. Aber solange der Standort nicht für alle passt, sollte man keine endgültige Entscheidung treffen.

Die Initiative "Kaltenfroschgau" wehrt sich ja wehement gegen Projekte in Kaltenbach. Wie stehen Sie zu dieser Initiative?
Grundsätzlich finde ich Initiativen sehr wichtig. Sie zeigen, dass sich Bürger für ihre Gemeinde interessieren. Natürlich muss man sich mit Forderungen kritisch auseinandersetzen. Ich verstehe aber nicht, dass die Initiatoren von "Kaltenfroschgau" immer so heruntergemacht werden.

Ein anderes Thema ist ja die flächendecke 30er-Zone im Ischler Stadtgebiet. Bringt das was für die Umwelt und was halten Sie von den Vorwürfen, dass die Radarstrafen nur Abzocke sind?
Ich habe mich schon seit den 1990ern für eine Verkehrsberuhigung im Zentrum eingesetzt. Es hat lange gedauert und ich bin sehr froh darüber, dass diese nun umgesetzt wurde. Dabei geht es nicht um den Umweltschutz sondern um eine Reduktion der Lärmbelästigung und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Eine Kurstadt wie Bad Ischl verträgt den generellen 30er schon. Zum Punkt "Abzocke" muss ich sagen, dass ich solche Vorwürfe nicht verstehe. Die erlaubte Geschwindigkeit ist ausgeschildert und wenn Raser zu schnell unterwegs sind, müssen sie eben ein Bußgeld zahlen. Es ist auch die Aufgabe der Polizei dafür zu sorgen, dass Regeln eingehalten werden.

In welchen Bereichen wird sich die Fraktion der Grünen künftig besonders engagieren?
Der Erhalt unserer Naturschutz- und Naherholungsgebiete ist weiterhin wichtig. Zudem wollen wir auch eine Umwelt- und Energieberatung im Ischler Stadtamt installieren. Ganz besonders am Herzen liegt mir aber auch der Katastrophenschutz. Damit habe ich mich in der Vergangenheit sehr intensiv auseinander gesetzt.

Wären Sie dann nicht für die Einsatzleitung im Falle einer Katastrophe prädestiniert?
Im Falle des Falles ist der Bürgermeister einer Gemeinde der Leiter des behördlichen Einsatzstabes. Daher ist es auch so wichtig, dass alle vom Land vorgeschriebenen Schulungen absolviert werden. Grundsätzlich könnte der Bürgermeister auch eine Person als Einsatzleiter berufen und ich würde mich gerne dieser Aufgabe stellen. Aber ich glaube nicht, dass ich von Hannes Heide diesbezüglich beauftragt werde.
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