06.10.2016, 16:32 Uhr

Heuer suchen nur 16 eine Lehrstelle

Die meisten Lehrlinge werden in der Gastronomie gesucht, viele Wirte melden die offenen Stellen nicht. (Foto: Foto: panthermedia.net/goodluz)

Der demographische Wandel sorgt bis 2020 für Fachkräftemangel in Oberösterreich und im Bezirk.

BEZIRK (km). Um diesem Mangel vorzubeugen, setzen immer mehr heimische Unternehmen darauf, Lehrlinge auszubilden – finden diese aber oft nicht. Der Bedarf an Lehrlingen in der heimischen Wirtschaft ist sehr groß. Im September 2016 waren 173 offene Lehrstellen beim AMS Gmunden gemeldet, dem stehen allerdings nur 16 Lehrstellensuchende gegenüber. "Das sind um 157 offene Lehrstellen mehr, als Jugendliche, die sich dafür interessieren. Im September 2015 waren es noch 129 offene Lehrstellen und 33 Lehrstellen-Suchende", so Jacqueline Beyer, Geschäftsstellenleiterin des AMS Gmunden. "Die Hälfte aller offenen Lehrstellen im Bezirk betrifft die Gastronomie. Und ich weiß sogar, dass noch mehr Gastronomen Lehrlinge suchen, die sich aber gar nicht gemeldet haben, weil sie meinen, es bringt nichts. Danach folgen Einzelhandel, Metall und die Baubranche – sie alle suchen händeringend nach Lehrlingen", erklärt Beyer.

Lehrlingsmesse am 16.11.

Unter den offenen Lehrstellen gibt es auch außergewöhnliche Berufe: "Wir suchen einen Orthopädieschuhmacher bei der Firma Hauser, einen Steinmetz bei der Firma Huemer und eine Keramikerin bei der Firma Laufen. Unsere 16 Lehrstellensuchenden interessieren sich für unterschiedliche Branchen. Von Bürokauffrau bis Mediendesigner und Kfz-Techniker. Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist heuer sehr gering. Spannend wird es nach der AMS-Lehrlingsmesse. Da bekommen wir immer eine breitere Streuung zusammen, da viele Jugendliche erst merken, wie vielfältig der Lehrstellenmarkt ist. 70 verschiedene Lehrberufe präsentieren sich bei der Messe", so Beyer. "Aufgrund der demographischen Entwicklung sind die Lehrlinge leicht rückläufig. Eine positive Entwicklung ist, dass Maturanten nach der Matura Lehrberufe ergreifen", so Robert Oberfrank, WKO-Bezirksstellenleiter. "Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel ist eine fundierte Berufsausbildung in attraktiven Betrieben. Bereits eine umfangreiche Information über Ausbildungsmöglichkeiten in Betrieben an den Pflichtschulen bewegt Jugendliche, den Weg der Lehre einzuschlagen", so Oberfrank. Daher setzt die WKO im Bezirk massiv auf Information in den Schulen. Schüler besuchen mit dem Konzept "Job-Rallye" Betriebe und erleben dabei die Praxis unterschiedlicher Berufe. "Im Inneren Salzkammergut ist die Job-Rallye so erfolgreich, dass das Format 2017 erstmals auf das nördliche Salzkammergut mit der Job-Rallye Almtal ausgeweitet wird", freut sich WKO Gmunden-Obmann Martin Ettinger.
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