07.10.2016, 11:10 Uhr

"Lebenslanges Lernen ist Notwendigkeit"

(Foto: Energie AG/Wakolbinger)
Generaldirektor Leo Windtner ist seit 38 Jahren in der Energie AG, 22 Jahre davon an der Spitze. Lehrlingsredakteur Thomas Stöttinger interviewte für die LehrlingsRundschau seinen Chef.

BezirksRundschau: Was wollten Sie in Ihrer Position als Generaldirektor der Energie AG erreichen und was ist Ihnen gelungen?
Windtner: „Es ist mir von Anfang an darum gegangen, das Unternehmen gemeinsam mit den Kollegen immer wieder auf die neuen Herausforderungen rechtzeitig vorzubereiten. Die immer wiederkehrenden Challenges starteten mit der Liberalisierung des Strommarktes und lauten heute Energiewende und Digitalisierung. Damit haben wir uns von einem reinen Stromversorger zum stark regional verankerten Konzern in der Daseinsvorsorge entwickelt. Die Energie AG Oberösterreich steht heute gut da.“

Die Energie AG bildet derzeit 58 Lehrlinge aus. Warum ist es für ein Unternehmen so wichtig, Mitarbeiter auszubilden?
„Die Ausbildung eigener Mitarbeiter ist deshalb so wichtig, weil wir damit sicher sein können, dass die Qualität passt. Gerade in unserem Bereich der Daseinsvorsorge brauchen wir verlässliche und hochqualifizierte Mitarbeiter. Unsere eigene Lehrlingsausbildung ist der Garant dafür.“

Was tun Sie, um für junge Menschen, also auch künftige Lehrlinge, als Arbeitgeber interessant zu sein?
„Wir bieten ein breites Spektrum an Lehrberufen an und die Möglichkeit, schon in der Ausbildung viel zu sehen. Das macht das Ganze sehr abwechslungsreich. Darüber hinaus ist Lehre bei der Energie AG keine Sackgasse sondern tatsächlich ein Karrieresprungbrett. Viele, die ihre berufliche Laufbahn als Lehrling bei der Energie AG begonnen haben, sind heute in Führungspositionen.“

Wie sieht es in der Zukunft mit der Lehrlingsausbildung und dem Fachkräftemangel aus?
„Es ist kein Geheimnis, dass auch wir die geburtenschwachen Jahrgänge spüren. Umso wichtiger ist es, ein attraktives Ausbildungsangebot zu bieten, damit junge Menschen sich für eine Lehre entscheiden.“

Haben Sie Tipps für junge Menschen, wie sie ihre berufliche Laufbahn anlegen sollen? Welche Ausbildungsform hat Zukunft?
„Hier muss man immer individuell entscheiden. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist es, was unser Bildungssystem stark macht. Wenn für jemanden ein Studium passt, heißt das nicht, dass es auch für jeden anderen passend ist. Wenn man seine Idealausbildung gefunden hat, sollte man diese mit Konsequenz verfolgen. Lebenslanges Lernen ist kein Schlagwort, sondern immer noch absolute Notwendigkeit.“

Sie haben Ihr Ausscheiden aus dem Unternehmen bekanntgegeben: Wie sieht Ihre persönliche und berufliche Zukunft nach dem Februar/März 2017 aus?
„Nach 38 Jahren im Unternehmen, davon 22 Jahre als Vorstandsvorsitzender an der Spitze, habe ich mich entschlossen, mit Ende Februar 2017 mein Mandat zu beenden. Ich freue mich darauf, dass ich dann künftig meinen Lebensablauf mehr nach meinen privaten Interessen ausrichten kann. Fad wird mir nicht. Ich habe noch meine Funktionen bei der OÖ. Versicherung, beim ÖFB oder bei den St. Florianer Sängerknaben. Privat habe ich meine mehr als 100 Obstbäume und mache Most und Schnaps in guter Qualität.“

Wie verbringen Sie Ihre (spärliche) Freizeit?
„Wie gesagt, in meinem Garten und beim Mostmachen und Schnapsbrennen. Dazu gehören auch gemütliche Stunden mit meiner Frau oder Freunden. Im Winter schnalle ich gerne die Skier an und gehe mit Begeisterung skifahren.“
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