24.03.2016, 07:30 Uhr

Villa Seilern setzt auf Routine

Die Geschäftsführung der Villa Seilern hat mit "Vital und fit mit 50 plus" ein nachhaltiges Geschäftsmodell geschaffen.

Alt, ausgebrannt und teuer – Vorurteile, mit denen sich vor allem die Plus-50er in der Arbeitswelt auseinandersetzen müssen. Während das AMS mehr "ältere" Arbeitslose verzeichnet, versucht Angelika Paier von Villa Seilern Vital Resort genau diesem Trend entgegenzuwirken.

BAD ISCHL. Dem AMS zufolge waren im Februar im Bezirk Gmunden 2863 Personen arbeitslos gemeldet. Die höchste Steigerung liegt auch hier wieder bei den über 50-Jährigen: 836 Arbeitspflichtige haben keinen Job. "Vor allem Vorurteile wie weniger Leistungsfähigkeit, mehr altersbedingte Arbeitsausfälle und die höheren Personalkosten sind dafür verantwortlich, dass ältere Menschen nicht mehr so leicht vermittelt werden können", so Robert Oberfrank von der WKO Gmunden.
Für Angelika Paier vom Villa Seilern Vital Resort in Bad Ischl sind das zwar Gründe, aber keine Hindernisse. Ganz im Gegenteil: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ältere Mitarbeiter viele wertvolle Erfahrungen mitbringen. Routine, die die Jüngeren noch nicht haben können. Es kann also ein reger Austausch stattfinden, wo jeder von jedem lernt", meint Paier. Und weiter: "Mehr Krankenstände oder weniger Arbeitsleistung gibt es bei unseren Plus-50ern nicht. Wenn man etwas gerne macht, ist man auch gut darin." Im Ischler Hotel sind derzeit 65 Mitarbeiter angestellt, zwölf davon sind über 50 Jahre alt.

Ausgewogener Mix dank nachhaltigem Beschäftigungsmodell

Aus diesem Anlass entwickelte die Geschäftsführung der Villa Seilern im vergangenen jahrein nachhaltiges Beschäftigungsmodell, bei dem auf ältere, erfahrene MitarbeiterInnen gesetzt wird. Mit diesem Projekt unter dem Slogan "Vital und fit mit 50 plus" werden ungenützte Potenziale und die Qualifikation älterer MitarbeiterInnen zur Qualitätssicherung des Betriebes genutzt.
An der Konzeption war auch Chefkoch Bernhard Zoubek beteiligt. Der 59-Jährige konnte in seiner vergangenen Karriere viel Erfahrung sammeln. Unter anderem in Kanada, Frankreich und auch 27 Jahre auf einem Kreuzfahrtschiff. "In großen Hotelbetrieben ist die Erfahrung ein wichtiger Faktor", so Zoubek. "Wenn es einmal streßig ist, muss man einen kühlen Kopf bewahren. Und da tut man sich wesentlich leichter, wenn man solche Situaitonen schon öfter gehabt und gemeistert hat."
Gerade im Tourismus, wo junge Mitarbeiter im direkten Gästekontakt stehen, sei es Paier zufolge wichtig, dass erfahrene Mitarbeite soziale Kompetenzen und den richtigen Umgang mit dem Gast vorleben und vermitteln.

AMS erweitert Angebot
Aufgrund der höheren zahlen von Altersarbeitslosigkeit im Bezirk, können seit Jänner seitens AMS zahlreiche Varianten der Eingliederungsbeihilfe für über 50-Jährige angeboten werden. Nähere Infos dazu finden Sie hier.
Neu ist eine Eingliederungsbeihilfe für Personen maximal 30 Monate vor dem Pensionsstichtag – dabei ist ein Nachweis über die PVA erforderlich. Die Förderung kann 24 Monate mit maximal 21.000 Euro pro Jahr angeboten werden.
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