Eltern in 450-Einwohner-Gemeinde Schwarzenbach plädieren für Stilllegung der Volksschule. BERICHT & KOMMENTAR "Ortschef schweigt, weil er beleidigt ist"
SCHWARZENBACH/FRANKENFELS (wp). Vier bis sieben Kinder werden im nächsten Schuljahr in der Volksschule Schwarzenbach erwartet. Schon jetzt werden nur mehr fünf Schüler im Mehrstufenunterricht in einer Klasse unterrichtet. Einfach zu wenig, um einen geregelten Volksschulbetrieb aufrecht erhalten zu können. In einer Abstimmung sprachen sich die Eltern für einen Wechsel des Unterrichts in die Volksschule des benachbarten Frankenfels aus, was Bürgermeister Ernst Kulovits nur widerwillig zur Kenntnis nehmen wollte. Gegenüber den Bezirksblättern weigerte er sich, eine Stellung abzugeben. Nicht aus fachlichen Gründen, sondern weil er beleidigt ist, dass er und seine Gemeinde zu selten in der Berichterstattung der Bezirksblätter vorkommt, "nur immer die anderen Pielachtalgemeinden". Auskunftsfreudiger ist da schon der geschäftsführende Gemeinderat Siegfried Krickl (VP): "Natürlich ist eine eigene Volksschule im Ort besser, aber das ist bei so wenig Schülern nicht sinnvoll. Es sind ja nur wenige Busminuten nach Frankenfels, und dort gibt es regulären Volksschulunterricht." Ähnlich sieht es Christiane Karner (SP): "Schwarzenbach mit seinen 450 Einwohnern ist zwar ein wunderschöner Ort, aber wenn der Nachwuchs ausbleibt, gibt es auch keine Schule. Es ist besser für die wenigen Kinder und auch kein großes Problem, in Frankenfels ihren Unterricht zu erhalten."Ortschef schweigt, weil er beleidigt ist
KOMMENTAR/Werner Pelz
Schwarzenbachs Bürgermeister, ein ehemaliger Schuldirektor, will zur Stilllegung der Volksschule, deren Erhalter er ist, nichts sagen. Der Grund: Eifersucht! „Es wird immer nur über andere Pielachtalgemeinden in den Bezirksblättern berichtet, nie über Schwarzenbach.“ Normalerweise kennt man eine derartige Trutzhaltung eher von kleinen Kindern, nicht von gewählten Mandataren. Ja, früher, Herr Bürgermeister, hat ein Triumvirat aus Pfarrer, Bürgermeister und Schuldirektor bestimmt, was aus einer Gemeinde veröffentlicht wird. Diese Zeiten sind vorbei! Zum Glück sind Schwarzenbachs Gemeindebürger, die die Redaktion informiert haben, sowie andere Gemeindevertreter viel aufgeschlossener. Es ist keine Schande, wenn eine Schule mangels Schüler stillgelegt werden muss. Anstatt mit Trutz zu re(a)gieren, sollte ein Bürgermeister allerdings positive Aktivitäten setzen.
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