12.05.2016, 08:30 Uhr

Drogen – wenn Sucht den Alltag bestimmt

Drohen (Foto: lala - Fotolia)

Eine ganze Reihe von Eigenschaften werden besonders oft mit Drogen assoziiert: Kriminalität. Milieu. Abstieg. Verfall.

BEZIRK. Am engsten aber ist mit Drogen der Begriff der Abhängigkeit verbunden. Drogen machen vieles, aber vor allem machen sie süchtig. Die Abhängigkeit von Drogen beginnt langsam, doch ehe es man sich versieht, ist der Betroffene mittendrin. Die Sucht bestimmt den Alltag. „Eine Abhängigkeitserkrankung kann oft chronisch verlaufen. Die Betroffenen sind ihr ganzes Leben damit konfrontiert. Andere Drogenkonsumenten führen jedoch ein völlig unauffälliges und geregeltes Leben. Sie sind berufstätig und weisen insgesamt kaum Störungen auf“, erklärt der Schärdinger Psychologe
Thomas Ortner.

Gefährliche "Legal Highs"

Legal Highs ist ein Sammelbegriff, der eine Reihe von synthetisch hergestellten Drogen, die die Wirkweise von Cannabis, Kokain, Speed oder Ecstasy imitieren sollen, umfasst. Als so genannte Badesalze oder Kräutermischungen aus dem Internet werden diese synthetischen Drogen mit stimulierender Wirkung, verkauft. Gar nicht so selten handelt es sich dabei um Stoffe, die in der medizinischen Forschung entstanden sind. Gefährlich sind die so genannten "Legal Highs" vor allem deshalb, da sie Wirkungen haben können, welche die Konsumenten nicht abschätzen können. Zudem können die Stoffe nicht nur für die Person selber kurz- oder auch langfristige Schäden hervorrufen, sondern auch für Dritte gefährlich werden, da die Stoffe zu Wahnvorstellungen und Aggressivität führen. Weitere häufig beobachtete Nebenwirkungen sind unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen, Muskelkrämpfe, Angstzustände, Bewusstlosigkeit und Abhängigkeit. „Weder können die Konsumenten wissen, was sie da wirklich einnehmen, noch richtig dosieren“ so der Experte abschließend.

Behandlung bei Drogenkonsum

„Eine Behandlung des Drogenkonsums ist in jeder Phase sinnvoll. Wichtig dabei ist, die Betrachtung der individuellen Probleme und der Lebensumstände des Betroffenen. Dabei kann es ausgehend von der Überlebenssicherung, der Verhinderung von (körperlichen) Folgeschäden, einer sozialen Lebenssicherung bis hin zur Erreichung einer Drogenabstinenz gehen“, sagt Ortner. Für eine Entzugstherapie ist meist ein langer Atem notwendig. Ohne Unterstützung kann der Betroffene sein Verhalten nicht mehr ändern. So ist es nach einem Entzug notwendig eine (psycho-)therapeutische Behandlung in Anspruch zu nehmen.
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