18.10.2016, 15:55 Uhr

Es juckt? So machen Sie der Laus den Garaus

Gründliches waschen und auskämmen der Nissen (die Eier der Läuse) mit einem speziellen Kamm ist bei Kopflausbefall unabdingbar. (Foto: Herby_Herbert_Me/fotolia)

Starker Juckreiz und Krusten am Hinterkopf sind Anzeichen für einen Lausbefall. Apotheker Florian Schindler weiß, was hilft.

SCHÄRDING (ska). Eines vorweg: "Kopflausbefall ist keinesfalls ein Zeichen mangelnder Hygiene, sondern ein Parasitenbefall, der jeden treffen kann", macht der Apotheker von der Delphin Apotheke in Schärding aufmerksam. Läuse sind ihmzufolge zwei bis drei Millimeter kleine, weißlich-gräuliche oder bräunliche Parasiten, die sich im menschlichen Haar besonders wohlfühlen. Mit ihren hakenförmigen Krallen halten sie sich an den Haaren fest. Mit ihrem Saugrüssel holen sie sich ihre Nahrung – menschliches Blut.

Und wie findet man die kleinen Biester in den Haaren? "Eine Lupe sowie die systematische Untersuchung Strähne für Strähne erleichtern das Auffinden", erklärt Schindler. "Leitmerkmale sind die Eier der Läuse, die in Form von kleinen ovalen Nissen in schrägem Winkel an die Haarschäfte geklebt werden." Übertragen werden die Läuse durch direkten Kontakt von Kopf zu Kopf. "Kopfläuse sind gute Kletterer, springen oder fliegen können sie nicht", beschreibt der Apotheker.

Nicht zu unterschätzen ist allerdings die Gefahr in Kindergärten und Schulen. "Denn haben Kinder viel und engen Kontakt miteinander", sagt Schindler. Deshalb ist für Kinder mit Kopflausbefall "Hausarrest" angesagt. "Am besten bleiben sie zu Hause", sagt Schindler. Und: Eltern sollten die Schulleitung informieren, damit auch andere Eltern gewarnt sind.

Behandelt wird ein Befall mit lebenden Kopfläusen laut Schindler gegebenenfalls mit natürlich Silikonölprodukten oder einer Kombination aus Kokosnuss- und Anisextrakten. "Zudem gibt es synthetische Insektizide, die auf das Nervensystem der erwachsenen Laus, aber nicht auf die Nissen wirken", beschreibt er. Der Apotheker rät dazu, die Eier mit einem Nissenkamm – Zinkenabstand 0,2 Millimeter – zu entfernen. Am besten funktioniere das nach einer Essigwasserspülung – drei Esslöffel Essig auf einen Liter Wasser. Die Behandlung ist erst abgeschlossen, wenn keine Läuse und Nissen mehr aufzufinden sind. Ansonsten heißt es: Alles von vorne.
Vorbeugend gegen einen Kopflausbefall können nur Weidenrindenextrakt-Shampoo wirken – dieses vermindert laut Schindler das Risiko.

Tauchen Läuse auf, müssen Betroffene nicht in Panik verfallen und die ganze Wohnung auf den Kopf stellen. Denn: Die Läuse überleben ohne Mensch nicht lange. "Lediglich Kämme und Haarbürsten sollten gut gereinigt werden", rät Schindler. Mützen, Kopfkissen und Stofftiere können sicherheitshalber gewaschen, einige Tage in einen Plastiksack verpackt oder auch für 24 Stunden ins Tiefkühlfach gelegt werden.
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