10.03.2016, 00:00 Uhr

Andorfer Wehr bei Floridas "Fire Fighters"

Mit den Fire Fighters in Miami: Christian Hauzinger (2.v.re.) und Florian Zahlinger (2.v.li.). (Foto: privat)

Stippvisite in der Miami Fire Station: FF-Kameraden nehmen die "Heroes" mit Sixpack unter die Lupe.

ANDORF, MIAMI (ska). "Du wirst dort keinen mit Bierbauch finden", berichtet Christian Hauzinger mit einem Augenzwinkern. Er und Florian Zahlinger – beide von der FF Andorf – haben während eines Florida-Trips Ende Februar die Fire Station 2 in Miami Beach besucht. Hautnah konnten sie sich dort von der Ausrüstung und der Einsatzstärke der amerikanischen Kollegen überzeugen. Die körperliche Fitness, sagt Hauzinger, ist ein gravierender Unterschied zwischen den Fire Fighters und den heimischen Feuerwehrkameraden. "Sie leisten in etwa Zwölf-Stunden-Dienste – minimum 44 Mann pro Schicht" berichtet der Andorfer.

Rund 17.000 Mal im Jahr rückt Miamis Berufsfeuerwehr aus. Eine beeindruckende Zahl für die FF Andorf als einsatzstärkste Wehr im Bezirk Schärding. Im Vorjahr sind die Andorfer 344 Mal ausgerückt – davon 18 Mal zu Brand- und 326 Mal zu technischen Einsätzen. Während es in Miami vor allem Brandbekämpfung ist, die die Feuerwehr in Atem hält, rücke diese in Österreich immer mehr in den Hintergrund. "Die technischen Einsätze, wie Verkehrsunfälle und Türöffnungen, nehmen dafür zu", erklärt Hauzinger. Zudem müsse ein Feuerwehrmann in den USA gleichzeitig ausgebildeter Sanitäter sein.


Bezirkskommandant Deschberger: "Alle sind willkommen"

Dass die heimischen Feuerwehrkameraden über den Tellerrand blicken, freut Bezirksfeuerwehrkommandant Alfred Deschberger. Erfahrungsaustausch sei wichtig, um sich die eine oder andere Idee mitzunehmen, ist er sich sicher. Zum Lob der "muskelbepackten" Amis sagt er: "Auch bei uns muss ein Feuerwehrmann fit sein. Bereits beim Eintritt wird darauf geachtet." Aber grundsätzlich sei jeder "Hilfswillige" willkommen. Diese werden entsprechend eingeteilt. So gebe es Tätigkeiten für körperlich eingeschränkte Personen, wie beispielweise als Funker. Insbesondere die Atemschutzträger sind körperlich gefordert. "Deshalb müssen sie sich periodischen ärztliche Untersuchungen unterziehen", erklärt Deschberger.

Die Ausrüstung der amerikanischen Atemschutzträger nahm Florian Zahlinger als Atemschutzwart der FF Andorf genau unter die Lupe. Das Besondere: In Miami besitzt ihm zufolge jeder Feuerwehrkamerad sein eigenes Atemschutzgerät. In Österreich sei lediglich jedes Fahrzeug mit drei Geräten ausgerüstet.

Dass sich die Feuerwehrkameraden auch zum Sanitäter ausbilden lassen, ist seiner Meinung nach in Österreich nicht notwendig. "Die Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz funktioniert hervorragend", sagt er. Aber damit die Einsatzkräfte im Notfall helfen können, müssen sie ihm zufolge in der Grundausbildung einen Erste Hilfe Kurs absolvieren und diesen auch regelmäßig auffrischen.


Ein Image als "Heros"

Auffallend in den USA ist laut Hauzinger und Zahlinger der Stellenwert der Feuerwehr in der Gesellschaft. "Die Typen werden weitestgehend als Heros angesehen und haben ein sehr gutes Image", berichten die Andorfer. "Das ist bei uns am Land leider nicht immer so." Dem kann Deschberger beipflichten: "Die Feuerwehren haben ihre Leistungen in den letzten Jahrzehnten nicht ganz so gut präsentiert." Das Image könne durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden. "Und da sind wir in Schärding auf einem sehr guten Weg."
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