21.07.2016, 10:30 Uhr

Bluthochdruck im Sommer niedriger – aber warum?

Wer unter Bluthochdruck leidet, hat im Sommer meist bessere Karten als im Winter. (Foto: LKH Schärding)

Der Blutdruck unterliegt oftmals jahreszeitlichen Schwankungen: Die Werte sind im Sommer in der Regel niedriger als im Winter.

BEZIRK (ebd). Bei hohen Außentemperaturen erweitern sich die Gefäße, sodass der Blutdruck abfällt, das verstärkt wiederum die Wirkung von Blutdrucksenkern. Je nach Höhe des Blutdruckabfalls können daher Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit oder Schwäche auftreten. „Wer unter Bluthochdruck leidet, hat im Sommer meist bessere Karten als im Winter, denn bei warmem Wetter sind die Werte niedriger als bei Kälte. Ein Nachteil ist jedoch, dass vor allem große Hitze die Wirkung von Blutdruck-Medikamenten verstärkt“, erklärt Franz Wakolbinger, Internist am LKH Schärding und empfiehlt daher täglich den Blutdruck zu kontrollieren.

Da längere Hitzeperioden bei uns jedoch kaum länger als einige Tage anhalten, müssen Betroffene die Tablettendosis normalerweise nicht reduzieren. „Bei längeren Aufenthalten in wärmeren Regionen kann es jedoch sinnvoll sein, die Medikamente einzuschränken. Vor allem bei einem systolischen Werten unter 110 mmHg, ist es nötig, einzelne Präparate in der Dosis zu reduzieren, insbesondere wenn man mehrere blutdrucksenkende Medikamente einnimmt. Dies sollte aber immer in Absprache mit dem Arzt geschehen“, informiert Wakolbinger.

Diuretika verursachen Wassermangel

Durch vermehrtes Schwitzen an heißen Tagen verliert der Körper viel Flüssigkeit und Salz. Gerade Bluthochdruck-Patienten, die Diuretika als blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, sind im Sommer besonders gefährdet, da Diuretika entwässernd wirken und den Körper austrocken. Dies kann vor allem bei älteren Patienten zu Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfällen bis zur Bewusstlosigkeit führen. „Während der heißen Tage sollten die Betroffenen vor allem ausreichend trinken und unnötige Anstrengungen vermeiden“, empfiehlt der Experte abschließend.

Zur Sache

Der Blutdruck wird mit zwei Zahlen angegeben:
Der erste Wert gibt den systolischen Blutdruck an – den höchsten Druck, der bei der Kontraktion des Herzens erreicht wird - der zweite Wert den diastolischen Blutdruck – den geringsten Druck, der in den Schlagadern herrscht, während sich das Herz mit Blut füllt.
Abhängig ist der Blutdruck vom Blutvolumen, Gefäßwiderstand und der Kraft, mit der das Herz das Blut in das Blutgefäß pumpt.
Patienten über 60 Jahre: Zielwert von unter 140/90 mmHg
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