19.06.2016, 17:08 Uhr

"Ein Bewerb, der in die Geschichte eingehen wird"

(Foto: FF Schärding)

Der 55. Oberösterreichische Landes-Wasserwehrleistungsbewerb war hart aber fair, wie die Schärdinger Feuerwehr bestätigt.

„Wer sein Leistungsabzeichen beim 55. Oö. Landes-Wasserwehrleistungsbewerb in Schärding absolviert hat, kann mächtig stolz auf sich sein, denn die Bedingungen waren fair, aber mehr als hart. Normal führt der Inn im Juni rund 800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, während des Bewerbs waren es zwischen 1.700 und 2.350 Kubikmeter pro Sekunde (Anm.: Die Hochwasserspitze war in Schärding um 18.00 Uhr mit einem Durchfluss von 2.467 Kubikmeter). Gute Stimmung, bestes Wetter beim Bewerb, eine nasse Schlussveranstaltung und ein turbulentes Wasser, so werden diese Tage in der Barockstadt Schärding bei allen Teilnehmern und Mitarbeitern in Erinnerung bleiben,“ zieht Landes-Feuerwehrkommandant Dr. Wolfgang Kronsteiner sein Resumée. Der Inn ist und bleibt eben ein Gebirgsfluss und der hat sich als unberechenbarer Gegner gezeigt. 714 angetretene Zillenbesatzungen, davon 368 in Bronze, 296 in Silber und 50 in Einer (dieser Bewerb konnte nicht zu Ende gefahren werden) aber auch 217 Zillenbesatzungen, die es leider nicht geschafft haben, die Parcours zu bewältigen, das sind die nackten Zahlen des - mit vielen Emotionen aufgeladenen - Bewerbs. Das ansteigende Wasser, Streckenänderungen in Form von Erleichterungen bis kurz vor dem Start, der Abbruch am Freitag, die zeitliche Aufholjagd am Samstag und die Schlussveranstaltung, die vor einer herrlichen Kulisse der Schärdinger Silberzeile begonnen hat und dann ins Wasser gefallen ist, das sind nur einige Stichworte, die diesen Bewerb Geschichte schreiben lassen. Viele ausgezeichnete Leistungen wurden vollbracht und in allen Klassen haben sich die Gewinner den Sieg wirklich verdient. Die Mannschaftswertung – dabei werden die besten drei Zillenbesatzungen einer Mannschaft in den Disziplinen Bronze und Silber gewertet – gewann die Feuerwehr Landshaag vor Mühldorf und Ach an der Salzach. Detaillierte Ergebnislisten sind auf www.ooelfv.at bereits abrufbar.

„Die Bevölkerung kann stolz sein auf alle Zillenfahrer, die auf Ernstfälle bestens vorbereitet und top motiviert sind, um bei Katastrophen zu helfen. Und gerade die Stadt Schärding hat diese Kunst schon mehrmals unfreiwillig in Anspruch nehmen müssen“, so Bürgermeister Ing. Franz Angerer, der den Bewerb tatkräftig unterstützt hat. Die Feuerwehr Schärding, der Oö. Landes-Feuerwehrverband, das Bezirks-Feuerwehrkommando, die Stadtgemeinde, der Tourismusverband, viele weitere Helfer sowie die befreundeten Einsatzorganisationen - das Rote Kreuz und die Polizei - haben sich lange auf diese Veranstaltung vorbereitet und diese bestens umgesetzt. „Um einen Bewerb mit solchen Herausforderungen so reibungslos meistern zu können, müssen alle Zahnrädchen ineinandergreifen und man muss in allen Bereichen motivierte und gut ausgebildete Personen zur Stelle haben. „Das hatten wir und darauf sind wir mächtig stolz“, so das erfolgreiche Duo Landes-Bewerbsleiter Günter Unterholzer und Feuerwehrkommandant Michael Hutterer. Der Dank gilt natürlich auch der Bevölkerung und den Schlachtenbummlern, die den Bewerbern einen tollen Rahmen boten und so die Veranstaltung wesentlich aufgewertet haben.

Schlussveranstaltung

Pech hatten die Organisatoren auch bei der Schlussveranstaltung, welche buchstäblich ins Wasser fiel. Einmarsch und Begrüßung konnten plangemäß durchgeführt werden. Dann begann der Regen, weshalb Landes-Feuerwehrkommandant Dr. Kronsteiner sofort ohne Reden der politischen Vertreter zur Siegerverkündung überging. Nachdem der Regen so extrem wurde und auch einzelne Hagelkörner spürbar waren, wurde die Schlussveranstaltung am Stadtplatz abgebrochen und im Festzelt fortgesetzt, was aber der guten Stimmung unter den Teilnehmern keinen Abbruch tat.

Zwischenfall:

Bei den Abbauarbeiten auf der Strecke kam es dann noch zu einem Zwischenfall, welcher Gott sei Dank glimpflich verlief. Beim Versuch einen Anker einer Boje zu heben kenterte ein Arbeitsboot und kam dabei mit dem Kiel nach oben zu liegen. Insgesamt 9 Besatzungsmitglieder fielen ins Wasser. Nur weil alle Mitglieder ausgezeichnet geschult waren und drei weitere Rettungsboote – welche auch mit dem Abbau der Strecke beschäftigt waren – rasch eingreifen konnten, wurden alle Personen binnen weniger Minuten aus dem eiskalten Wasser gerettet. Hier hat sich wieder einmal gezeigt, dass das Zusammenspiel mehrerer Feuerwehrboote perfekt funktioniert, was auf die gute Ausbildung zurückzuführen ist. Von den 9 Personen, welche im Wasser trieben, wurde nur eine Person leicht am Kopf verletzt. Zum Artikel: www.meinbezirk.at/1775664

Noch mehr Bilder vom Bewerb finden Sie hier: www.meinbezirk.at/1774991
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