13.10.2016, 00:00 Uhr

Fürn Messner Karl ist Humor eine ernste Angelegenheit

Karl Bachmair mit Katze Jacky.

Denn seine Pointen müssen ankommen. Und das schafft Karl Bachmair seit 20 Jahren.

SCHARDENBERG (ska). "Då håst åba mi g'moant", sagte einst ein Zuhörer zu Karl Bachmair, nachdem dieser das "etwas belehrende" Gedicht "Saufen net, trinken scho" vorgelesen hat. "Di håb i ned g'moant. Åber wenn'st di ågsprochn fühlst, dån passt's", hat der Schardenberger Autor geantwortet.

Seit 20 Jahren begeistert Karl Bachmair nun schon mit seinen Mundartgedichten und -geschichten, die "gewürzt und gepfeffert" sind, wie er sagt. Denn Leute auf die Schaufel zu nehmen, ist sein Steckenpferd. Aber eines war und ist ihm dabei immer wichtig: Beleidigend möchte der Messner Karl, wie er in seiner Gemeinde genannt wird, nicht sein.


Kein Humorist, ein Erzähler

"Ein bisserl hinterfotzig ja, aber nicht im bösen Sinn", gibt er mit einem Schmunzeln zu. Seine Gedichte und Geschichten stammen aus dem Leben, aus dem Alltag, von Leuten, die er persönlich oder vom Hören-Sagen kennt. Vier Bücher mit insgesamt 160 Gedichten und Geschichten hat Bachmair seit 1996 herausgebracht. "Die besten Geschichten werden's, wenn ich selbst lachen muss", sagt Bachmair. Als Humorist bezeichnet er sich trotzdem nicht, sondern als Erzähler und Reimer. Bachmair bringt Heiteres, genauso wie Nachdenkliches zu Papier. "Das Leben ist halt nicht immer lustig, aber Gaudi muss trotzdem sein", sagt er und erzählt von einer Lesung beim Blindenverband in Linz: "Als ich fertig war, kam ein Zuhörer zu mir und sagte: Heute hab ich wieder eine Stunde gelebt. Wenn ich das höre, dann weiß ich, warum ich schreibe und lese", sagt Bachmair.

Dass er seine Reime zu Buche bringt, war für den Schardenberger zunächst unvorstellbar. Schon als junger Bursch hat Bachmair Gstanzl geschrieben und später in der Gemeinde mit seinen Mundartgedichten bei Feiern für nasse Augen gesorgt. Jetzt ist er froh, alles aufgeschrieben zu haben. "Wenn ich die Leute unterhalten konnte, bin ich zufrieden", sagt er. Ob noch ein fünftes Buch erscheint, lässt Bachmair offen. "Die Geschichten dafür hätte ich. Ob ich sie in Buchform bringe, weiß ich nicht."

Jetzt lässt der Mundartdichter erst einmal die vergangenen 20 Jahre Revue passieren. Für die Jubiläums-Lesung am 29. Oktober hat er sich zwei Autorenkollegen mit ins Boot geholt. Mit Hans-Dieter Mairinger und Karl Pumberger-Kasper hat Bachmair schon des öfteren zusammengearbeitet. Der Erlös kommt wie bei allen seinen Lesungen einem sozialen Zweck zugute. Dieses Mal wird Tobias Ober aus Schardenberg unterstützt. Der Siebenjährige ist durch eine Zyste im Kleinhirn beeinträchtigt und benötigt kostenaufwendige Therapien.

Die heitere Jubiläumsmundartlesung am 29. Oktober

Die heitere Jubiläumsmundartlesung findet am Samstag, 29. Oktober, um 20 Uhr beim Kirchenwirt in Schardenberg statt. Musikalisch umrahmt wird die Lesung von der Schardenberger Klarinetten- & Tanzlmusi.
Unkostenbeitrag: 10 Euro an der Abendkasse. Kein Kartenvorverkauf.

Karl Bachmairs Bücher:
1) Lach a wengerl (1996)
2) Derlebt und derlost (2000)
3) Der Reim-Schmied (2005)
4) Nix für u'guat (2011)
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