27.04.2016, 18:00 Uhr

Kampfhund greift beim Paddeln Schärdinger an

Josef Daxl wurde während eines Paddelausflugs von einem Kampfhund angegriffen. (Foto: privat)

Pensionierter Berufsschuldirektor beim Paddeln von einem Pitbull-Terrier angegriffen – im Wasser.

SCHÄRDING (ebd). Seit seiner Pensionierung vor rund sechs Jahren widmet sich der ehemalige Schärdinger Berufsschuldirektor Josef Daxl dem Paddeln. Doch was ihm Anfang April an einem Samstag Vormittag im "Kösslarner Bach" in Neuhaus widerfahren ist, lässt ihn noch immer erschaudern. "Ich befand mich mit dem Boot gerade auf dem Rückweg, da habe ich eine Frau mit zwei Hunden gesehen. Während ich zu ihr hinübergeblickt habe, ist plötzlich einer der beiden Hunde zielstrebig auf mich zugestürmt. Er hat mir quasi im Wasser den Weg abgeschnitten", erzählt Daxl.

"Es war ein Albtraum"

Die Hundebesitzerin habe laut Daxl daraufhin hysterisch nach dem Hund namens "Weibi" geschrien. "Der hat aber überhaupt nicht darauf reagiert. Ich war total in Panik, hab zuerst nicht gewusst, was ich machen soll. Ich hatte Angst, dass der Hund irgendwie ins Boot kommt. Der war total auf mich fixiert, obwohl die Hundebesitzerin keine fünf Meter entfernt schreiend am Ufer stand." Schließlich war es Daxl gelungen, das Tier mit dem Paddel ins Wasser zu drücken, um zu entkommen. "Was mir gelungen ist, aber er ist mir nachgeschwommen und dann ans andere Ufer geflüchtet, von wo aus er mir weiter gefolgt ist."

Anzeige – ohne Erfolg

Erst als der Fluss eine Biegung machte, habe ihn der Hund vermutlich aus den Augen verloren. "Wenn er mir weiter gefolgt wäre, wäre ich in den Inn hinausgefahren. Dort ist das Wasser nicht so seicht, da hätte er mir vermutlich nicht folgen können. Das war ein Albtraum, weil man schließlich nicht weiß, was herauskommt." Was den ehemaligen Berufsschuldirektor aber am meisten sauer aufstößt ist die Tatsache, dass der Hund nicht angeleint war. "In der Nähe befindet sich eine Sandbank. Dort sind Familien mit ihren Kindern unterwegs – etwa zum Baden. Nicht auszudenken, wenn da ein kleines Kind von dem Hund angefallen wird", sagt Daxl. Der Schärdinger habe die Hundebesitzerin noch zur Rede stellen wollen, "aber die hat gar nicht darauf reagiert, kein Wort gesagt".

Schließlich erstattete Daxl bei der Pockinger Polizei Anzeige. "Doch da ich nicht gebissen worden bin, ging das nicht." Wie der Schärdinger sagt, habe er lange überlegt, ob er den Vorfall überhaupt öffentlich machen soll. "Ich hab mich schließlich dafür entschieden, weil ich es unverantwortlich finde, einen Kampfhund frei herumlaufen zu lassen. Außerdem hoffe ich auf diesem Weg jemanden zu finden, der die Frau vielleicht kennt."
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