17.08.2016, 17:00 Uhr

Pflastersteinweg zum Kubinsaal: "Falle" für Rollifahrer

Erhard Weinzinger und Astrid Koller von der Stadt-FPÖ wagten den Versuch mit Norbert Ecker (li.).

Rollstuhlfahrer bleiben stecken: Die FPÖ im Selbstversuch. Schon bald soll der Weg behindertengerecht werden.

SCHÄRDING (ska). "Keine Chance", sagt Norbert Ecker, als das Rad seines Rollstuhls nach nicht einmal einem Meter zum zweiten Mal bei einem Pflasterstein hängen bleibt. Seit 30 Jahren ist Ecker an den Rollstuhl gefesselt. In dieser Zeit hat sich viel getan in der Barockstadt, wie er erzählt. Vieles sei bereits behindertengerecht gestaltet. "Nur beim Heimathaus, da hört sich's auf mit der Barrierefreiheit", sagt der Schärdinger. Der Weg von dort bis zum Kubinsaal, zur Landesmusikschule und zum Schlosspark sei für Rollstuhlfahrer, die alleine unterwegs sind, nicht zu bewältigen. Zu holprig ist der Pflastersteinweg.

Weil sich Ecker und weitere Rollstuhlfahrer mit ihrer Sorge an die Stadt-FPÖ gewandt hatten, zögerte diese nicht lange. Mit einem Rollstuhl im Gepäck, wagten Parteiobmann und Baustadtrat Erhard Weinzinger und Sozialreferentin Astrid Koller den Selbstversuch. "Nur wenn man sich selbst in die Lage versetzt, kann man als Außenstehender das Problem erkennen", sagt Weinzinger zur BezirksRundschau. Und auch sie scheiterten an den hohen Steinen und tiefen Fugen des Weges.


Erneuerung des Pflastersteinweges schon 2017

In der nächsten Stadtratsitzung im September wollte die FPÖ dieses Thema zur Sprache bringen und einen Antrag stellen. Doch schon kurz nach dem Lokalaugenschein konnte Weinzinger gute Neuigkeiten verkünden: "Im Zuge der behindertengerechten Sanierung der Landesmusikschule wird auch der Weg erneuert. Das Projekt wird mit Landesmitteln gefördert und soll 2017 in Angriff genommen werden." Das bestätigt auch Stadtchef Franz Angerer auf Anfrage der BezirksRundschau. "Die Erneuerung ist bereits fix eingeplant."

Weinzinger sieht dieses Projekt als wichtigen Schritt für ein barrierefreies Schärding: "Für beeinträchtigte Menschen wurde bereits viel gemacht. Einige Probleme gilt es noch auszumerzen", sagt er.
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