16.03.2016, 18:30 Uhr

Projekt: Statt Spielzeug gibt's Pappschachteln

Acht Wochen lang heißt es bei der Roten Gruppe im KIndergarten St. Florian Kartonschachteln statt Spielzeug.

Aus Pfarrcaritas-Kindergarten wurde Spielzeug verbannt. Die Reaktion der Kinder darauf überrascht.

ST. FLORIAN (ebd). Berge von Spielsachen im Leben der Kleinkinder – genau davon verabschieden sich die Pädagoginnen der Roten Gruppe im Pfarrcaritaskindergarten für insgesamt acht Wochen. "Das Projekt, das bereits sieben Wochen dauert, findet großen Anklang", sagt die Leiterin der Roten Gruppe, Regina Schmid, zur BezirksRundschau. Aber warum die Aktion? "Egal wo, den Kindern steht ein Überangebot an herkömmlich Spielsachen zur Verfügung. Wir wollen den Kindern die Möglichkeit geben, aus diesem starr organisierten Alltag wenigstens für eine Weile auszubrechen", so die Pädagogin.

Seit das übliche Spielzeug verschwunden ist, steht den Kindern ein Gruppenraum lediglich mit Tischen, Sesseln, Schachteln, Seilen und Decken zum Spielen zur Verfügung. Seit Beginn des Projekts zeigen sich die Kindergartenkinder äußerst kreativ. Aus Schachteln entstehen Häuser, Autos oder sogar Rutschen. "Der Ideenreichtum und die Kreativität der Kinder scheinen grenzenlos", freut sich Schmid. Aber nicht nur die Kinder finden Gefallen daran, sondern auch die Eltern, welche die Pädagoginnen tatkräftig bei der Materialbeschaffung unterstützten. "Seit dem Projekt berichten die Eltern von einem positiv veränderten Spielverhalten auch Zuhause."

Kinder besser konzentriert
Das Erzieherteam, das neben Schmid aus Isabell Penzinger und Linda Rinner besteht, ist überzeugt, die Kinder dadurch in ihren Kompetenzen zu stärken. Im Tausch gegen die Spielsachen erhalten die Kinder mehr Ausdauer, bessere Konzentration und ein gewisses Maß an Selbstorganisation. Zudem sprechen sie vermehrt untereinander und erarbeiten gemeinsam Pläne. "Wir nehmen große Veränderungen wahr, die wir uns vorher nicht hätten vorstellen können", so das Erzieherteam.

Eine Wiederholung des Projekts soll es laut Schmid auf jeden Fall geben. "Einige Kolleginnen und Eltern von anderen Gruppen sind bereits neugierig auf diese besondere Auszeit aus dem normalen Kindergartenalltag geworden. Nach abgeschlossenem Projekt (nach den Osterferien, Anm. d. Red.) werde ich auf Wunsch der Kolleginnen und Eltern unsere Erfahrungen weitergeben. Vieles deutet darauf hin, dass mehrere Gruppen oder das ganze Haus diese Auszeit aus dem Alltag im kommenden Kindergartenjahr einführen werden."

Ein großer Schritt nach vor
Und was nehmen die Verantwortlichen aus dem Projekt mit? "Anstrengend für uns Erzieher ist es uns zurückzunehmen und den Kindern eigene Lösungen finden zu lassen. Das ist aber eine Bereicherung und ein großer Schritt in der Entwicklung der Kinder."
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Edith Grünseis-Pacher aus Schärding | 22.03.2016 | 19:02   Melden
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