07.08.2016, 00:00 Uhr

Um die Freibäder steht's gut – wie lange noch?

Dem Freibad in Schärding droht keine Gefahr. Selbst wenn eine Sanierung ansteht, werde es aufgrund seiner Lage eine Förderungsbewilligung erhalten, sagt Hingsamer. (Foto: Stadtgemeinde Schärding)

Bäderstudie prophezeit Schließung von sechs Badeanlagen im Bezirk Schärding. Gemeindebundpräsident Johann Hingsamer gibt Entwarnung – vorerst.

BEZIRK (ska). In keinem Freibad im Bezirk Schärding bis auf Andorf stehe demnächst eine Sanierung ins Haus. Von einer Schließungswelle dürfe deshalb keine Rede sein, sagt Hingsamer. Denn nur die Bäder, die renoviert werden müssen, könnten vor dem Aus stehen.

Eine aktuelle Bäderstudie, die Landesrat Michael Strugl in Auftrag gegeben hat, empfiehlt eine drastische Reduzierung der Badeanlagen in Oberösterreich von derzeit 230 auf 100 bis zum Jahr 2025. Pro 15.000 Einwohner und mit einem Abstand von 15 Kilometer soll je nur ein Freibad erhalten bleiben. Werden diese Kriterien nicht erfüllt, gibt's für die Sanierung keine Förderung des Landes OÖ.

Im Bezirk Schärding wären mit seinen 57.000 Einwohnern sechs von zehn Freibäder betroffen, wie die Grünen in einer Presseaussendung mitteilen. Sie setzen sich für die Erhaltung der öffentlichen Bäder ein. Naturbäder, wie in Eggerding und Suben, sollen eher erhalten bleiben. Das Damoklesschwert schwebe über Gemeinden mit klassischen Freibädern.

Denn erfüllt eine Badeanlage die Kriterien der Bäderstudie nicht, gibt es künftig keine Sanierungsforderung durch das Land OÖ mehr. Hingsamer möchte allerdings den Teufel jetzt noch nicht an die Wand malen. "Erst wenn eine Generalsanierung ansteht, wird das Einzugsgebiet geprüft." Das sei in keiner Gemeinde außer Andorf in absehbarer Zukunft der Fall. Und selbst wenn diese Prüfung negativ ausfalle, könnten sich Gemeinden zusammentun, und das Bad gegebenenfalls gemeinsam sanieren, wenn es sich rentiert, denkt er an.

Die Angst, die Sanierung des Andorfer Freibades könnte der Einsparung zum Opfer fallen, ist laut Bürgermeister Peter Pichler unbegründet. Der Baubeginn sei nur auf 2017 verschoben worden, weil der Motorikpark mit eingeplant werden müsse. "Unser Freibad ist im Bäderprogramm des Landes ganz oben gereiht", versichert er. Mehr zur Sanierung lesen Sie hier.

Beim Esternberg Freibad wird trotz Sturmschäden keine Sanierung angedacht. "Wir müssen, was die Bachführung neben dem Bad betrifft, Vorkehrungen treffen", teilt Bürgermeister Rudolf Haas mit. Die jüngsten Unwetter haben dem Freibad stark zugesetzt. Zweimal musste es komplett abgelassen, gereinigt und wieder aufgefüllt werden und war dabei mehrere Tage geschlossen.
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