24.07.2016, 18:30 Uhr

UPDATE Unwetter-Horror in Haibach: "So etwas hat hier noch keiner erlebt"

Besonders fatal: Mitgerissene Autos sorgten unter Brücken für Verstopfungen. (Foto: BFKDO Schärding)

Autos, Bäume und Wurzeln im Bachbett – Heute befreien die Einsatzkräfte Häuser von Schlamm – Eisenbirner Straße zum Teil komplett weggerissen.

FREINBERG (ska). "Es war fast wie ein Weltuntergang" sagt Freinbergs Bürgermeister Anton Pretzl über die Nacht von Samstag auf Sonntag. Der Sturm, der über den Bezirk Schärding fegte, hat insbesondere die Ortschaft Haibach in Freinberg hart getroffen. Der massive Regen ließ den durch den Ort fließenden Haibach zu einem heftigen Strom werden – der sogar einen Mann in den Tod riss.

Eisenbirner Straße monatelang gesperrt


Heute, Montag, sind abermals an die 60 Feuerwehrkräfte im Einsatz, um den Ort und die etwa 20 schwer betroffenen Häuser von Schlamm und angeschwemmtem Holz zu befreien. Vom Tennisplatz nahe Schardenberg bis zur bayerischen Grenze hat der reißende Strom links und rechts des Baches eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die Eisenbirner Straße ist teilweise komplett zerstört, wie Bürgermeister Pretzl berichtet. Erst in zwei bis drei Monaten werde diese wieder befahrbar sein, schätzt er.

"Das Wasser hat sich seinen Weg gesucht und alles mitgerissen, was nicht niet- und nagelfest war", gibt Bezirksfeuerwehrkommandant Alfred Deschberger einen Überblick. Wurzeln, ganze Bäume und sogar Autos wurden mitgeschwemmt. Diese sorgten vor allem unter den Brücken für Verstopfungen. Sie zu entfernen, hatte gestern Sonntag hohe Priorität. "Denn weitere Gewitter waren und sind nicht auszuschließen", sagt Deschberger. In Atem hielt die Einsatzkräfte außerdem ein Gas-Tank, der mitgerissen wurde und leck war.


80 Liter Wasser pro Quadratmeter


80 Liter pro Quadratmeter habe es in etwa geregnet, schätzt Bürgermeister Pretzl. So viel wie noch nie zuvor. "Wir haben auch mit älteren Freinbergern gesprochen, aber an so etwas kann sich niemand erinnern." In der Gemeinde wurde sofort ein Krisenstab mit Feuerwehr, Rotem Kreuz, Polizei und Bezirkshauptmannschaft eingerichtet. Die Hilfsbereitschaft sei enorm. Insbesondere die Landwirte seien sofort mit allen möglichen Gerätschaften angerückt, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen.


"Rückhaltebecken würde nichts helfen"


Dass ein Todesopfer zu beklagen ist, trifft die Gemeinde sehr. Der Mann aus Passau wurde von den Wassermassen erfasst, als er nach seinem Pkw sehen wollte. "Weitere Verletzte gibt es glücklicherweise nicht", sagt Pretzl.

Auf die Frage, ob die Gemeinde eine solche Flut künftig verhindern könne, sagt Pretzl: "Das wird enorm schwierig. Selbst ein Rückhaltebecken könnte diese enormen Wassermassen wie am Samstag nicht aufhalten."

Hilfe aus dem Katastrophenfond des Landes


Übrigens: Der Katastrophenfond des Landes bietet den Unwetter-Betroffenen Unterstützung an. Für die Behebung von Elementarschäden können im Falle von Hochwasser, Vermurung, Lawinen, Erdbeben, Schneedruck, Orkan, Erdrutsch, Bergsturz und Hagel finanzielle Hilfen gewährt werden. Ausgenommen davon sind Hagelschäden an landwirtschaftlichen Kulturen.

Nähere Informationen zur Hilfe im Katastrophenfall sind auf der Website des Landes Oberösterreich abrufbar.Zu dieser geht's hier.


Bericht, 24. Juli:


Großes Aufräumen nach dem schweren Unwetter mit massiven Überflutungen,


Nach dem gestrigen verheerenden Starkregen in der Gemeinde Freinberg laufen die Aufräumarbeiten in der Ortschaft Haibach auf Hochtouren.

FREINBERG. Noch im Laufe der Nacht auf Sonntag wurde im Hintergrund die Vorbereitung und Planung für die Aufräumarbeiten in der Gemeinde Freinberg getroffen, berichtet Bezirks-Feuerwehrkommandant Alfred Deschberger. Während sich der Bach wieder in seinen normalen Zustand zurückverwandelte, wurden bereits Aufräumbereiche eingeteilt, Szenarien vorbesprochen und der Geräteeinsatz geplant.
Zahlreiche Einsatzkräfte aus dem Bezirk Schärding rückten am Sonntag an und begannen mit den Säuberungs- und Aufräumarbeiten. Auch der ausgerissene Gas-Tank konnte unter Mithilfe einer Spezialfirma geborgen und abtransportiert werden. Das vorhandene Leck wurde durch die Spezialfirma abgedichtet. Bei den betroffenen Hausbesitzern wurden zum Teil Keller ausgepumpt, Schlammmassen entfernt und beim Entsorgen von Möbeln oder Haushaltsgeräten geholfen.
Als die ersten Einsatzkräfte eingeteilt waren und mit der Arbeit gegen den Schlamm begonnen haben, wurden weitere Feuerwehren zur Unterstützung alarmiert.
Derzeit sind 13 Feuerwehren mit knapp 200 Helfern im Einsatz. Auch in den nächsten Tagen werden die Helfer der Bevölkerung zur Verfügung stehen.
"Auch die Gemeinde Freinberg reagiert natürlich auf diese Situation“, berichtet Bürgermeister Anton Pretzl.

Hier gehts zum Artikel über die Unwetter im Bezirk Schärding: http://www.meinbezirk.at/schaerding/lokales/update...
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