04.05.2016, 00:00 Uhr

Wie christlich ist der Islam – und umgekehrt?

"Um Gottes/Allah's Willen" ist der Titel des Vortagsabends in Andorf mit Stefan Schlager (li.) und Murat Baser. (Foto: privat)

Was die beiden Religionen gemeinsam haben und was sie unterscheidet, soll ein Vortragsabend am 23. Mai in Andorf klären.

ANDORF, SCHÄRDING (ska). Angst vor Islamisierung und IS-Terror ist derzeit allgemein zu spüren, wie Martin Brait, Dekanatsassistent von Schärding und Mitglied der Flüchtlingskoordination (FlüKo), erklärt. "Nicht zuletzt hervorgerufen durch die Flüchtlingssituation." Doch es sei unübersehbar: "Unsere Gemeinden sind längst multikulturell und multireligiös geworden", sagt Brait. "Neben Österreichern leben Menschen aus verschiedenen Kulturen bei uns, viele aus islamisch geprägten Ländern." Deshalb soll nun ein erstmals stattfindender Vortragsabend unter dem Titel "Um Gottes/Allah's Willen" dazu beitragen, den Islam besser zu verstehen. Am Montag, 23. Mai, sind alle Interessierten um 19.30 Uhr dazu in die Pfarr- und Kulturwerkstatt Andorf eingeladen. "Denn damit das Zusammenleben gelingen kann, ist es gut, voneinander zu wissen", ist sich Brait sicher.

Gemeinsamer Stammvater Abraham

Wovon viele keine Ahnung haben: "Christentum und Islam haben die gleichen Wurzeln", erklärt Brait. "Beide Religionen sind aus dem Judentum entstanden und gehen auf den Stammvater Abraham zurück." Und: Beide Glaubensrichtungen berufen sich auf ein heiliges Buch – den Koran beziehungsweise die Bibel. Der Vorwurf, der Koran sei teilweise unmenschlich, werde immer wieder laut, wie Brait sagt. Das will er aber so nicht stehen lassen. "Auch in der Bibel gibt es grausame Absätze. Man wird keinem der beiden Bücher gerecht, nimmt man nur ein paar Stellen heraus."
Beim Vortragsabend wird zum einen Murat Baser, Vorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich, über die Grundlagen des Islam sprechen. Danach wird Stefan Schlager von der Diözese Linz die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Islam aus Sicht des Christentums zur Sprache bringen. Für einen kleinen Imbiss im Anschluss sorgen Asylwerber aus Andorf. Die FlüKo veranstaltet diesen Abend zusammen mit den Dekanaten Andorf und Schärding, dem ReKi und dem ATIB (Dachverband türkischer Vereine).
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