06.07.2016, 15:39 Uhr

Altersarmut ist weiblich: Grüne treten für fairere Pensionen ein

Veronika Hintermair, Renate Dobler und Maria Buchmayr.

Kinderbetreuungszeiten sollen angepasst und Pflegezeiten bei der Pension berücksichtigt werden.

SCHÄRDING, RIED (ska). 1208 Euro versus 2330 Euro. Ersteres ist die durchschnittliche Pension einer österreichischen Angestellten, letzteres jene ihres männlichen Equivalents. Arbeiten Mütter mehrere Jahre lang gar nicht oder Teilzeit wirkt sich das negativ auf ihren Pensionsanspruch aus. "Arbeitsarmut vorprogrammiert", sagt Maria Buchmayr, Landessprecherin der Grünen beim einem Stopp der Regionaltour in Schärding. Die Partei hat zwei Resolutionsanträge in die Landesregierung einbracht, die die Pensionssituation für Frauen verbessern soll. Diese sollen morgen im Landtag diskutiert werden.

Schuld an der "Misere" ist laut Buchmayr unter anderem der Durchrechnungszeitraum von 40 Jahren, den die schwarz-blaue Pensionsreform ergab. Und: Die Angebote an Kinderbetreuungsplätzen- und zeiten seien in vielen Gemeinden, wie etwa Vichtenstein, St. Willibald, Senftenbach, Gurten und Wippenham nicht ausreichend. "Die Wahlfreiheit ist oft einfach nicht gegeben", pflichtet Hintermair ihr bei. Hinzu komme, dass zwar pro Kind vier Jahre als Kinderbetreuungszeit angerechnet wird. Diese ende aber vorzeitig bei einer neuerlichen Geburt. Es sei denn, zwischen den Geburten liegen vier ganze Jahre. Die Grünen beantragen deshalb, dass für jede Geburt, unabhängig vom Zeitpunkt dieser, volle vier Jahre auf die Pensionszeit angerechnet werden. "Wir fordern eine Änderung der Kinderbetreuungszeiten, damit Familienarbeit bei der Pension auch entsprechend angerechnet wird", sagt Buchmayr.

Finanziell schwierig könne es für Frauen außerdem werden, wenn sie sich um zu pflegende Angehörige kümmern. Denn auch dann gibt es oft keine andere Möglichkeit als Teilzeitarbeit. Und auch diese gehöre in der Berechnung der Pensionshöhe mit einberechnet. "Die Pflegesituation wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Ganz im Gegenteil: Bis 2040 wird die Zahl der Pflegebedürftigen Menschen im Bezirk Schärding um rund 63 Prozent und in Ried um 60 Prozent steigen", zitiert Buchmayr eine aktuelle Statistik.
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