22.07.2016, 08:49 Uhr

Die Spur der Drogen im Bezirk Scheibbs

Markus Keller, Stefan Fries und Manuela Blaha bieten in der Gärtnerei "Hemp Selection" in Scheibbs alles rund um den Hanf an.

Längst sind Drogen nicht nur ein Problem der Städte und die Konsumenten werden immer jünger.

BEZIRK SCHEIBBS. In St. Pölten flog in der Vorwoche ein Dealer auf, der Zwölfjährige mit Drogen versorgt hatte. Längst haben Cannabiskraut, MDMA, Kokain, Ecstasy und Co. auch die entlegensten Gebiete des Landes erreicht.

"Das Problem ist überschaubar"

Amtsärztin Barbara Eppensteiner ist auf der Bezirkshauptmannschaft in Scheibbs immer wieder mit Konsumenten illegaler Substanzen konfrontiert, weist aber darauf hin, dass das Problem in unserem Bezirk überschaubar sei.
"Alle Menschen aus dem Bezirk, die wegen Drogendelikten angezeigt wurden, müssen zum Amtsarzt, um eine gesundheitsfördernde Maßnahme in Anspruch zu nehmen. Die Zahlen im Bezirk Scheibbs sind allerdings überschaubar. Für Opiatabhängige werden Substitutionstherapien angeboten, um den Betroffenen ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen. Bei Jugendlichen ist es meiner Meinung nach wichtig, dass Eltern einen guten Kontakt zu ihren Kindern haben sollten, um die ersten Anzeichen eines Missbrauch-Verhaltens so früh wie möglich zu erkennen und rechtzeitig darauf reagieren zu können", erklärt die Amtsärztin Barbara Eppensteiner.

"Die Wenigsten sind abhängig"

Die Sozialarbeiterin Ingrid Riegler von der Suchtberatung der Caritas in Scheibbs arbeitet eng mit den Behörden zusammen, bietet aber genauso vertrauliche Beratungen auf freiwilliger Basis an. "Bei uns kann sich jeder Mensch, der ein Suchtproblem hat, kostenlos beraten lassen. Viele Leute, die mich aufsuchen, sind natürlich mit illegalen Substanzen in Berührung gekommen, man muss hier aber klar unterscheiden, ob jemand Drogen ausprobiert oder Dauerkonsument ist. Denn nur wenige Menschen sind wirklich abhängig. Hier müssen ganz bestimmte Suchtkriterien erfüllt sein. Die meisten meiner Klienten sind Cannabis-Konsumenten, die erwischt worden sind", so Riegler.

Tolle Beratung für Jugendliche

Im Jugendservice JUSY in Wieselburg können sich Jugendliche über Drogen informieren.
"Wir bieten immer wieder Themenwochen über die Themen 'Sucht' und 'illegale Drogen' an. Das Interesse bei Jugendlichen an illlegalen Substanzen ist natürlich vorhanden, denn junge Menschen wollen Dinge einfach ausprobieren und ihre Grenzen austesten. Hier sind Aufklärung und Informationen über Wirkungsweisen und den richtigen Umgang mit Drogen bzw. über rechtliche Konsequenzen wichtig", sagt JUSY-Teamleiterin Anna Oberleitner.

"Marihuana als Heilmittel"

Stefan Fries hat vor Kurzem in Scheibbs die Gärtnerei "Hemp Selection" eröffnet, wo er Hanfplanzen zum Verkauf anbietet. "Der Gebrauch von Hanf zu medizinischen Zwecken ist im Vormarsch! Eine Legalisierung würde das alte Gerücht von der Einstiegsdroge endlich beenden. In den Bundesstaaten der USA, wo Hanf bereits legal ist, ist die Zahl der Konsumenten deutlich zurückgegangen", meint Stefan Fries.
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