06.10.2016, 13:35 Uhr

Scheibbser Arbeitsmarkt weiterhin stabil

Ein spürbarer Zuwachs des Stellenangebotes ließ die Zahl der Jobsuchenden im Bezirk Scheibbs sinken. 620 Arbeitslose im September sind um 126 oder 16,9% weniger als im August.


Im Vorjahresvergleich ergibt sich im Gegensatz zum NÖ-Trend (plus 2,5%) ein kleines Minus bei den Arbeitslosenzahlen. 324 Personalanforderungen im September sind um 40,3% mehr als im Vorjahr und belegen eine deutliche Belebung der Arbeitskräftenachfrage. "Naturgemäß sind das nicht ausschließlich zusätzliche Jobs, sondern auch Austauschprozesse", relativiert AMS-Geschäftsstellenleiter Sepp Musil die statistischen Zahlen. Die Bezirksbilanz belegt, dass im September 201 Menschen arbeitslos wurden und etwa gleich Viele mit Unterstützung des AMS einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben.

Jobs durch höhere Kaufkraft
Ausgaben für den privaten Konsum sind durch die seit Jahresanfang wirksame Steuerreform gestiegen. Damit wurden der Gastronomie-, Tourismus- und Dienstleistungsbereich sowie der Einzelhandel zu Beschäftigungstreibern. Vom vorübergehenden Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren deshalb hauptsächlich Frauen. Aktuelle Wachstumsprognosen gehen davon aus, dass die Konjunkturbelebung nicht anhalten wird. Nach dem Zwischenhoch wird es zunächst saisonal bedingt zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen. Darüber hinaus zeichnet sich für 2017 aufgrund des zu geringen BIP-Wachstums keine Trendwende ab. Qualifizierte Arbeitskräfte in der Mitte des Berufslebens werden auch dann relativ gute Jobchancen haben. Schwieriger wird es für die ältere Erwerbsgeneration und Menschen mit eingeschränkter Eignung, Mobilität oder gesundheitlichen Handicaps. Diese Gruppen sind mit zunehmender Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt konfrontiert. Zuletzt waren 170 Arbeitslose länger als 12 Monate auf Jobsuche. Seit Jahresbeginn konnte das AMS 74 Langzeitarbeitslosen zu einem neuen Arbeitsplatz verhelfen.

Stellenmarkt:
Am Lehrstellenmarkt manifestiert sich eine Trendumkehr. Gab es vor einigen Jahren noch einen Lehrstellenmangel, so wird es in vielen Ausbildungsberufen zunehmend schwierig, interessierte und geeignete Jugendliche zu finden. Um dieses Manko auszugleichen und weniger begabten oder geförderten Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen, werden diese in Überbrückungslehrgängen des AMS "ausbildungsfit" gemacht.
Innerhalb der älteren Erwerbsgeneration setzt sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit ungebrochen fort. "Wir konnten heuer 670 "Golden Ager" in Beschäftigung bringen. es ist aber wie ein Kampf gegen Windmühlen", stelle AMS-Chef Musil in Anbetracht der Tatsache fest, dass jeder dritte Arbeitslose bereits älter als 50 Jahre ist.
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