05.04.2016, 12:06 Uhr

Mit Know How in den Schnee. Erfolgreiches SAAC Basic Camp am 2. und 3.4. in Hochfügen

Fügen: Hotel Crystal | Ich sitze wieder auf meinem Sofa und schaue mir eine Sendung mit Reinhold Messner über die Alpen an. In meiner Hand das Smartphone mit der neu installierten Winkel-App und versuche erst einmal die Steilheit der Berge zu schätzen um dann genauer mit der App nachzumessen. Das ist unheimlich wichtig, hat man uns am Samstag und Sonntag noch im SAAC Basic Camp in Hochfügen am 2. und 3. April erzählt. Ein Gefühl wie steil ein Berg ist, bekommt man nur durch permanentes Üben.

Ich habe mich schon sehr auf dieses Camp gefreut um endlich einen genaueren Einblick in die Entstehung und Gefahr der Lawinen zu bekommen. Am Samstag Abend sitze ich nun mit 45 anderen in einem Konferenzsaal im Hotel Crystal in Fügen und sehe mir spannende Videos und Infos rund ums Thema Lawinen an. Abwechselnd erklären uns die Bergführer den richtigen Umgang mit dem so begehrten Pulverschnee. Wann darf ich in einen Hang einfahren und wann nicht, das ist die große Frage. Nach drei Stunden ist unser Kopf voll mit Infos und ich freue mich schon sehr auf den nächsten Tag dann im freien Gelände.

Früh morgens um halb acht mache ich mich auf dem Weg nach Hochzfügen, wo wir das gelernte in die Praxis umsetzen wollen. Wir treffen uns mit den anderen vor der 8er Jet Gondel-Bahn wo ich die Notfallausrüstung bekomme. Dann geht es hinauf auf 2133 Meter und wir teilen uns in 5 verschiedenen Gruppen mit jeweils einem Bergführer auf. Zuerst startet jeder sein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät) im Senden Modus und testet ob es auch funktioniert. Dann geht es ins Gelände wo wir noch viele praktische Tipps bekommen. Hier lerne ich auch ein paar Kniffe um die Steilheit eines Hanges richtig zu beurteilen. Wir erstellen ein Schneeprofil und beurteilen die Konsistenz der Schneekristalle. So lernen wir die Schwachschichten in der Schneedecke kennen, die immer bei einem Lawinenabgang vorhanden ist. Dann muss jeder einzelne ran. Wir teilen uns in noch kleineren Gruppen auf. Einer vergräbt einen Rucksack mit einem LVS-Gerät und die anderen dürfen diesen dann suchen. Unser Bergführer zeigt uns den richtigen Umgang mit der Schaufel und der Lawinensonde um in diesem Fall den Rucksack wieder zu finden. Nach wenigen Versuchen klappt es dann auch ganz gut das vergrabene Gerät zu orten und auszubuddeln.

Nach dem Camp habe ich den Eindruck viel Wissen und Infos mitbekommen zu haben um mit einigermaßen sicher im Gelände bewegen zu können. Allerdings war dieses Camp nur ein Anfang. Ich werde mich noch mehr mit dem Thema Lawinen befassen. Vielleicht ja auch bei SAACnd Step Camp, dass uns in diesen Tagen vorgestellt wird. Auf jeden Fall aber werde ich mit meinem Smartphone und der Winkel-App Hänge beurteilen, wo ich nur kann.
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