05.07.2016, 11:22 Uhr

RMagazin Damals: Benzin bei der „Nöckl-Zenz“

Foto-Rarität: Ein Innsbrucker Shell-Tankwagen liefert bei der Nöckl-Tankstelle Kraftstoff an. Im Bild oben: Nöck-Zenz I und II (Foto: Sammlung Lorenzetti)
Nahezu jeder Motorisierte in Schwaz der Fünfziger Jahre (und schon früher) brachte den Namen „Nöckl-Zenz“ mit dem Begriff „Benzinzapfsäule“ in Verbindung. Die Rede ist von den einstigen Shell-Tankstellen-Betreiberinnen gegenüber der Steinbrücke (neben Cafe Heiß). Die „Nöckl-Zenz“ waren eigentlich zwei Originale (Mutter und Tochter): Die Erste davon, die in den 30er Jahren Tätige namens Kreszenz Nöckl (verheiratete Tschaffert und Schulz), verstarb 1951. Ihre Tochter Kreszenz Tschaffert, verheiratete Pfund, mit ihrem geselligen Humor Ansprechpartnerin für Extra-Benzin wie Schmieröle, verschied 1971. Deren Tochter Alma, verh. Rausch, führte die seit den 30er Jahren bestehende Tankstelle dann bis zum 1.1.1968 weiter und verpachtete sie an Herrn Knauf. Modernisierungs-Umbauten erfolgten schon 1954 sowie 1957 bis 1959.
1968 also endete die legendäre „Nöckl-Zenz-Ära“ in Sachen Schwazer Kraftstoff-Abfüllung im Stadtzentrum, verbunden mit einem Stück städtischer Auto- und Motorradgeschichte. Denn damals war gegenüber der Steinbrücke z.B. an Wochenenden ein permanenter Motorrad-Teff in Sachen Maschine-Typen (Horex, Zündapp, BMW, Puch 125 wie 250er usw.), sowie Gesprächsstoff zu Hubraum und „Glockner-Straße-Pickerl“.
Ein Faktotum bei der Schallerzapfsäule war die Wirtin Lina. An der Handpumpe beim Margreitnerplatz-Eisengussbrunnen war eine Glocke montiert, die bei Betätigung im über 50 Meter entfernten Gasthaus Schaller Benzin-Kundschaft signalisierte. Schon von Weitem hörte man über den weiten Platz die Lina mit ihren Sprüchen: „Bin ja scho do – ich ku ja net fliagn“...
Im Stadtgebiet gab es in den späten Fünfzigerjahren folgende (im Vergleich zu heute) noch eher bescheidenen Tankstellen bzw. Benzinzapfsäulen – beginnend von West nach Ost: Beim Picker, am Margreitnerplatzl Bär und Schaller, dann bei der Steinbrücke die „Nöckl-Zenz“, am Dreiecksplatz (Stadtwaage) und dann noch beim Rasthaus und Auto Arnold. Noch Anfang der Zwanzigerjahre führte die Großhandlung Wagner am Stadtplatz Benzin, dort benützte man eine sogenannte Hand-Pumpe wie eine solche beim einstigen „Hotel Post“.
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