10.10.2016, 14:18 Uhr

RMagazin Damals: Die ersten Straßenlampen und mehr

Die einstige Sigismundstraße (heute Innsbrucker Straße) auf Höhe ehem. Gasthof „alte Post“ (heute Raiba) und GH Weißes Rössl (GH Lorenzetti, heute Kögl) mit der 4. Bogenlampe damals im Markt Schwaz mit Blick zum Stadtplatz und einer Wasser-Rinne mitten auf der Schotterstraße noch ohne Gehsteige. (Foto: Sammlung Lorenzetti)
Damals: Unser Redakteur Eusebius Lorenzetti ist ein Urgestein der Lokalberichterstattung. Exklusiv für das RMagazin kramt er in seinem Archiv und zeigt uns Interessantes, Kurioses, Wissenswertes und Nachdenkliches aus der Vergangenheit der Region.

Die ersten Straßenlampen

1898: Als den Schwazern „das Licht“ aufging...Wie die 1. Beleuchtung der Schwazer Straßen vor sich ging.

Ein Jahr vor der Stadterhebung 1899 bot Schwaz bereits eine beachtenswerte Infrastruktur im Vergleich zu anderen Unterländer Örtlichkeiten und schickte sich gerade an, die Neuheit des elektrischen Lichtes auf die Straße zu bringen und überhaupt bis zur großen Stadtfeier Strom in so viele Häuser wie möglich zu liefern, denn die Turbinen des in Betrieb genommenen E-Werkes am Vomperbach sollten ja Rentabilität einspielen.
Die Stadt Schwaz sicherte sich alsbald die Aktienmehrheit des anfänglich privaten Werkes, denn schon 1899 ist das Unternehmen als städtisches E-Werk in das Handelsregister (mit einem Aktienkapital von 700.000 Kronen) eingetragen worden. Neben der Stadt wurden auch die Nachbargemeinden nach und nach mit dem „weißen Gold“ versorgt.

Anfangsschwierigkeiten
Noch war Schwaz im Jänner 1898 eine Marktgemeinde, als die zweimal wöchentlich erscheinende Meraner Zeitung „Der Burggräfler“ die erste Schwazer Lichtaufschaltung am 22. Jänner 1898 schilderte. Der Schreiber notierte aus Schwaz am 19. Jänner: „In der letzten Nummer dieses geschätzten Blattes berichtete ich, dass am heutigen Tage das elektrische Licht brennen wird. Einmal um die angegebene Zeit, nämlich 12 Uhr mittags, brannte noch keine Flamme. Die Leute, welche sich das Licht ansehen wollten, wurden auf 2 Uhr nachmittags vertröstet. Die Ingenieure sagten, der Strom komme erst um 2 Uhr. Aber siehe, der Strom kam gar nicht. Ich glaube überhaupt nicht, dass heute noch der Strom kommen wird.
Von den Glühlampen ist im ganzen Markt bislang noch keine angebracht. Die Bogenlampen hängen, und zwar eine zwischen Schulhaus und Grafenhaus, eine zwischen Sparkasse und Marktbäck, eine zwischen Wagner- und Obereggerhaus (sic!) und endlich die Letzte zwischen Gasthof zur „alten Post“ und Lorenzetti. In der Pfarrkirche, im Gesellenhaus, Schulhaus und sicher in vielen anderen Häusern ist die Verbindung mit der Hauptleitung noch nicht hergestellt. Bis es in den genannten Häusern brennt, wird also immerhin noch ein schönes Stück Zeit vergehen. Für das Gesellenhaus ist gestern für den großen Saal das Luster angekommen. Dasselbe ist sehr schön gearbeitet und stammt aus einer Berliner Werkstätte.“ (Soweit dieser Bericht!)

Schwazer Feuerwehr anno 1922

Seit in der Stadt Schwaz im Jahre 1921 Josef Liner die Stelle eines Branddirektors bei der Feuerwehr übernahm, wurde vieles in Richtung moderne Schulung und Ausrüstung in die Wege geleitet. Ein Blick in die März- und April-Ausgaben des „Tiroler Anzeigers“ gibt Aufschluss. So wurde die telefonische Verbindung zwischen Turmwächter und Branddirektor auf direktem Wege hergestellt und beide können sich nun Tag und Nacht und zu jeder Zeit verständigen.
Somit war auch über die Postleitung mit anderen wichtigen Stellen die Sprechverbindung anno 1922 Wirklichkeit. Branddirektor Liner erreichte beim Verkehrsministerium (über das Innsbrucker Telegraphenamt) sogar den Verzicht von der sonst üblichen Vorauszahlung für die Sprechstelle, eine Teilnehmergebühr mit 50 % Rabatt und die leihweise Beistellung des Telephonapparates.
Aufgestellt wurden 1922 auch Ordnungskräfte bei der Wehr, weil früher (vor dem 1. Weltkrieg), wenn ein Brand in Schwaz ausbrach, immer das Militär am Brandplatz erschien, um (wie es in einem Artikel heißt) „...haupsächlich die Wache wegen Verschleppung der ausgeplünderten Sachen zu halten.“

Alarmhornisten
Bei der am 3. März 1922 abgehaltenen Schwazer FF-Vorstandsitzung hieß es: Die Alarmhornisten sind nun in allen Stadtvierteln aufgeteilt, und zwar 14. In den Häusern, wo ein Hornist wohnt, sind Meldetafeln angebracht mit weißem Grund und roter Schrift (Feuermeldestelle, Hornist). Schon beim letzten Brande haben sich diese Meldetafeln bewährt, weil schon eine gute Zeit vor dem Turmzeichen das Hornsignal ertönte.
Überhaupt war die Schwazer Feuerwehr damals gut aufgestellt: Mit 434 Mann! Im Einzelnen: 48 Neuaufnahmen, 54 Unterstützende. Außer Dienst 91, ausübende Mitglieder 292, die Fabriksfeuerwehr mit 120 Mann, die Rettungsabteilung Sanität mit 22 Mann. Auch der größte Teil der Hausbesitzer war jetzt bei der Feuerwehr. Geplant war damals das Hauptaugenmerk der Feuerwehr auf den südlichen Stadtteil (Freundsberg, Kraken). Die Zeitung schrieb: „Geräte und Rüstungen stehen in gutem Zustande bereit“.

Schnappschüsse von damals

Hochwasser
Ein verheerendes Hochwasser des Alpbaches am 10. Juli des Jahres 1893 brachte enorme Verwüstungen mit Schotter, Geröll, Schlamm und Schwemmholz in Brixlegg und Mehrn. Es gab wochenlang Trinkwasserprobleme. Darüber berichtet dieser zeitgenössische Stahlstich. (Quelle: Bauernkalender aus den 20er-Jahren).

Kundmachung
Inserat vom Mai 1908 aus dem „Boten für Tirol und Vorarlberg“ zum Schwazer Spar- u. Vorschussverein (und Bild vom damaligen Bankgebäude), aus dem sich nach dem 2. Weltkrieg die „Volksbank Schwaz“ am Dreiecksplatz entwickelte. (heute westl. Wopfnerstraße Eingang Postamt, Stadtgalerie).
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