19.05.2016, 17:20 Uhr

Der Gemeindeverband Bezirkskrankenhaus Schwaz hat 2015 ein Minus von ca 2,5 Mio €uro zu verkraften

Im Bild von links nach rechts: Prim Dr Josef Bazzanella ärztlicher Direktor, Mag Dr Gabriele Polanezky Pflegedirektorin, Mag Margit Holzhammer, kaufmännische Geschäftsführerin, Bürgermeister und Verbandsobmann Franz Hauser und Mag Andrea Ranacher, Heimleitung Übergangspflege SeneCura im BKH Schwaz
Schwaz: Krankenhaus | Zweimal pro Jahr versammeln sich die 39 Gemeindevertreter des Gemeindeverbandes Bezirkskrankenhaus Schwaz, um so wichtige Themen wie den Jahresabschluss, laufende und zukünftige Investitionen, Neuwahlen oder Veränderungen in den Ausschussgremien, aber auch die seit ein paar Tagen vom Land Tirol und den Tirol Kliniken GmbH Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschlossenen Gehaltsverhandlungen zu besprechen und der Öffentlichkeit zu präsentieren.

In einem eindrucksvollen Bericht präsentierten einen Tag nach dieser Vollversammlung Gemeindeverbandsobmann Bgm Franz Hauser, die kaufmännische Geschäftsführerin Mag Margit Holzhammer, der ärztliche Direktor Prim Dr Josef Bazzanella, die Pflegedirektorin Mag Dr Gabriele Polanezky, sowie Frau Mag Andrea Ranacher, die Heimleiterin der Übergangspflege SeneCura die Infos im Rahmen einer Pressekonferenz im Bezirkskrankenhaus Schwaz.

An erster Stelle sei naturgemäß die bestmögliche, medizinische Versorgung der Patienten und Patientinnen zu gewährleisten, was ja die ursprüngliche Aufgabe eines jeden Krankenhauses sein sollte, so Obmann Franz Hauser und Geschäftsführerin Margit Holzhammer. Natürlich gebe wie in jedem anderen Unternehmen auch, laufende Investitionen in die Infrastruktur und in medizinische Geräte, damit das Haus auf dem neuesten Stand der Technik stehe, so die Krankenhaus Verantwortlichen. Dazu sei in der Verbandsversammlung beschlossen worden, dass im Laufe der Sommermonate die Zentralsterilisation im BKH Schwaz umgebaut werde. Das koste den Verbandsgemeinden etwa 600.000 €uro. Investitionen gab es auch in der Radiologie, wo z.Bsp im vergangenen Jahr die Aufnahmegeräte erneuert und noch heuer der Computertomograph ausgetauscht wird. Die Investitionen für Anschaffungen und Modernisierungen im IT-Infrastruktur Bereich 2012 bis 2016 würden 3,4 Mio €uro ausmachen, so Verbandsobmann Hauser.

Eine sehr erfreuliche Statistik betreffe die Geburten im Bezirk. Es seien 63 Kinder mehr im BKH Schwaz entbunden worden, was eine Steigerung von 10,1 % ausmache. Die Geburtenrate sei in den letzten Jahren stetig gestiegen und seit 2012 betrage sie knapp 20 %, erklärten Obmann Hauser und Geschäftsführerin Margit Holzhammer.

Sondann erläuterte Franz Hauser den Jahresabschluss 2015 des Bezirkskrankenhauses Schwaz und wartete sowohl mit positiven, als auch mit negativen Zahlen auf. Die Erlöse betrugen demnach 43.842.000.- Mio €uro. Allerdings standen diesen Einnahmen Mehrausgaben in der Höhe von 46.304.100.- €uro gegenüber, was laut Betriebsergebnis ein Minus von 2.536.173.- €uro verursacht habe. Die Aufteilung betrage je 50 % für die Tirol Kliniken GmbH und den Gemeindeverband BKH Schwaz. Auch hätten sich die Außenstände, das seien offene Rechnungen für Patientenbehandlungen, auf 13.716.402,52 Mio €uro erhöht. Je nach Krankenkasse, zwischenstaatlichen Vereinbarungen und Abrechnungsmodus gebe es hier zumeist ein Zahlungsziel von 3 Jahren, so Mag Margit Holzhammer, aber es seien jährlich auch Außenstände in der Höhe zwischen 30.000.- bis 50.000.- €uro uneinbringlich. Bei allen Krankenhäusern in Tirol habe es 2015 in etwa 98,8 Mio €uro an noch nicht bezahlten Außenständen gegeben.

Im Gemeindeverband Bezirkskrankenhaus Schwaz standen nach den im Februar 2016 durchgeführten Gemeinderatswahlen auch Neuwahlen im Verband an. Aus dem Verband ausgeschieden sei der Tuxer Bürgermeister Hermann Erler, ansonsten seien auf Vorschlag der Verbandsversammlung die Organe im Vorstand und Verwaltungsrat wiederbestellt worden.

Thema seien auch die Regierungsbeschlüsse der letzten Tage in Sachen Ärztegehälter gewesen, so Obmann Franz Hauser. Das tirolweit einheitliche Gehaltsschema trete ab 2017 in Kraft und am BKH Schwaz werde es jährliche Mehrkosten von rund 1,1 Mio €uro im ärztlichen Bereich und rund 630.000.- €uro in den sonstigen medizinischen Bereichen durch die Neuberechnung des Vorrückungsstichtages (eine Entscheidung des EuGH) und eine einmalige Nachzahlung von ca 1,3 Mio €uro geben.

Im Rahmen der Pressekonferenz und der Vollversammlung sei auch das Erfolgsprojekt SeneCura Übergangspflege im BKH Schwaz präsentiert worden. Die Übergangspflege sei ein alternatives Betreuungskonzept und wurde als Ergänzung zu den Langzeitpflegeeinrichtungen und den ambulanten Angeboten im Bezirk Schwaz konzipiert, so die Heimleiterin der Übergangspflege SeneCura, Mag Andrea Ranacher. Der Startschuss für dieses Projekt fiel im Jahre 2011 und es wurde in Kooperation aller Systempartner (Gemeindeverband Pflegestation Schwaz, Sozialversicherungsträger, BKH Schwaz, Heimbetreiber SeneCura, Landes-und Gemeindevertreter, Ambulante Dienste, Hausärzte und Langzeitpflegeeinrichtungen) entwickelt. Es stehen im BKH Schwaz 24 Betreuungsplätze zur Verfügung und das Angebot umfasse Kurzzeit-bzw Urlaubspflege (28 Tage), remobilisierende Übergangspflege (90 Tage) mit einem breiten Therapieangebot und die befristete Daueraufnahme (Richtwert 6 Monate). Diese Übergangspflege werde von der Bevölkerung sehr gut angenommen, so Mag Ranacher und durch die gute Zusammenarbeit mit dem BKH Schwaz, dem Gemeindeverband und der SeneCura könne der Betrieb kostendeckend geführt werden. 2015 seien insgesamt 232 Personen betreut worden, wobei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer nach einem Krankenhausaufenthalt 37 Tage betragen habe, so Frau Mag Ranacher
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