16.03.2016, 08:29 Uhr

Alte Achenseestraße: Abenteuer Holztransporte

Waghalsige Holztransporte entlang der alten Achenseestraße mit Fahrer David Knoflach. (Foto: Foto: Jaud Chronik)

Aus der Chronik des „Bahnhofsägewerks Jaud Jenbach“

BEZIRK (tti). Damals Ende der 30er Jahre bis in die frühen 60er Jahre, waren (meistens überladene) LKW-Holztranport entlang der Seeuferstraße am Achensee und über die Kasbachstraße von und nach Jenbach ein oftmals gefährliches Transport-Abenteuer: Schotterbelag, schmal, steil, kurvenreich – ein Härtetest für Fahrzeuge und deren Lenker! Um „mit Holzladungen“ entlang der Kasbachstraße zu fahren, gab es schon in den 50er Jahren eine Sondergenehmigung für das Sägewerk Jaud.

Sägewerk in Jenbach ab 1935

Das Bahnhofsägewerk des Gottfried Jaud sen. bestand mit ÖBB-Gleisanschluss in Jenbach von 1935 bis zum Autobahnbau 1969. Diese Säge galt damals im Bezirk als eine der größten Holzverarbeitungsanlagen mit bis zu 20 Mitarbeiter. Die Säge am Inn (nach den schwierigen 30er Jahren in Sachen Holzpreise) war jedoch bereits 1940 eine große Anlage (mit weiteren Sägen in den Nachriegsjahren in Achenkirch und später in Steinberg) sowie inkludierte eine Kistenproduktion (für Munitionsnachschub der Wehrmacht und für den Handel).

Nachkriegszeit im Sägewerk

Nach dem Krieg wurden in der sog. Kistentischlerei Spezialkisten für Swarovski (Übersee Export) und Obstfirmen in Italien hergestellt. 1946 ist ein Vollgatter Kirchner (Spaltgitter) im Betrieb genommen worden. Sowie mit 1948 kamen dazu: ein Bretterlager, die Verschnittumstellung auf Export, ein 2. Vollgatter. In der Folge: Export in die Schweiz, Italien und BRD. Auch zum Vatikanstaat nach Rom ging eine Waggonfracht.

Herausforderung Windwurf

Ein gewaltiger Föhnsturm auf der Ebnet und im Weißenbachtal (Jenbach) 1954 mit einem Windwurf von ca. 70.000 Festmeter brachte für die Jaud-Säge neue Herausforderungen: Eine Einschnittmengesteigerung von 15.000 auf 20.000 Festmeter, Bahnverladung pro Woche mit damals 8 bis 10 Waggon Schnittholz. Im Vergleich zu heute – wohl Mini-Daten!

Modernste Technologie von damals

Übrigens: Tirols 2. Hubstappler-Ankauf in der Sägeindustrie erfolgte in den 50igern durch die Firma Gottfried Jaud. Auch der Fuhrpark wurde vergrößert. 1961 kam die Tischlerei in Jenbach von der Achenseestraße zum Sägewerksareal; und die Tischlerei-Leitung übernahm Gottfried Jaud jun., der diese nach der Schließung des Bahnhofsägerwerks (infolge der Autobahntrasse durch das Betriebsgrundstück) dann in einem neuen Grundstück etwas östlich vom alten weiterführte.
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